Kommission versucht Abzocke bei Flugtickets zu beenden [DE]
Obwohl in der Unterbindung der irreführenden Praktiken der Fluggesellschaften beim Verkauf von Online-Tickets, beträchtliche Fortschritte erzielt wurden, halten sich noch immer nicht alle Unternehmen an die Regeln der EU, sagte die Kommissarin für Verbraucherschutz Meglena Kuneva gestern (14. Mai 2009) und forderte EU-weite Standards.
Obwohl in der Unterbindung der irreführenden Praktiken der Fluggesellschaften beim Verkauf von Online-Tickets, beträchtliche Fortschritte erzielt wurden, halten sich noch immer nicht alle Unternehmen an die Regeln der EU, sagte die Kommissarin für Verbraucherschutz Meglena Kuneva gestern (14. Mai 2009) und forderte EU-weite Standards.
Von den 137 Webseiten die untersucht wurden, seit im September eine EU-Ermittlung begann, sind 115 korrigiert worden, so ein „Gesundheitscheck“ der gestern in Brüssel präsentiert wurde.
Allerdings bleiben ein Dutzend davon ein „Grund zur Sorge“ und haben es versäumt auf die Untersuchung der Kommission zu reagieren, darunter Aeroflot, Emirates, Turkish Airlines, Olympic, MyAir, Royal Air Maroc, Wind Jet, Germanwings, Niki und SkyEurope.
Nach einem zweiten Sofortcheck der 67 großen Fluggesellschaften, der im März 2009 durchgeführt wurde, wurde 52 Linien entweder eine „gute Gesundheit“ bescheinigt oder sie haben klare Schritte unternommen etwaige Ungereimtheiten zu beseitigen, was 80 Prozent aller betreffenden Gesellschaften waren.
Fluglinien denen eine gute Gesundheit bescheinigt wurde umfassten Virgin Atlantic, Iberia TAP und Finnair, während diejenigen die trotz frappierender Probleme erhebliche Verbesserungen hervorgerufen hatten sich in einer Grauzone befinden. Darunter sind Ryanair, EasyJet, Wizzair, Austrian Airlines, LOT und Lufthansa. Ryanair sei keine „ideale Fluggesellschaft“ und deren Praktiken verärgerten die Verbraucher, so Kuneva.
Die Riesen Air-France-KLM und British Airways konnten nur vermeiden auf der schwarzen Liste zu landen, indem sie die EU-Kommission gestern früh anriefen, um die Kommissarin zu beruhigen, Verbesserungsschritte würden unternommen.
Die Kommissarin sagte, dass diese “Razzia” dafür vorgesehen sei, die Plage der versteckten Kosten, vorausgewählten Felder und bösen Überraschungen im Kleingedruckten der Airline-Webseiten zu bekämpfen. Die Unternehmen weigerten sich zu glauben, dass sie wirklich beim Namen genannt würden.
Die identifizierten Probleme beinhalten irreführende Preise, die bis zur letzten Minute keine Steuern und Gebühren miteinbeziehen und vorausgewählte Felder für optionale Extras wie Versicherungen.
Nicht alle seien zufrieden, aber man mache Fortschritte, sagte Kuneva und betonte die Wichtigkeit diese Befunde von „Anektoden in Gesetze“ zu verwandeln.
„I want practical legislation that will help us in our daily lives,“ she declared, announcing her intention to come forward with a proposal for a communication on enforcement in June. But for the moment, „we rely on the enforcement authorities in the member states, and through this network, we can close all the loopholes,“ she insisted.
Sie wolle eine praktische Gesetzgebung die im Alltag nützlich sei, erklärte sie und bekundete ihre Absicht, im Juni mit einem Vorschlag über eine Umsetzung vorzutreten. Im Moment müsse man sich jedoch auf die Vollstreckungsbehörden in den Mitgliedstaaten verlassen und durch dieses Netzwerk könne man alle Schlupflöcher schließen, betonte sie.
Wille Auflagen zu erfüllen
Tatsächlich sagte die Kommissarin, dass der aktuelle Stand der Dinge, bei dem die meisten Gesellschaften einen Willen zum Erfüllen der Auflagen zeigten, der Situation vor zwei Jahren einen riesigen Schritt voraus sei, als solche illegalen Praktiken noch weit verbreitet waren.
“Fluggesellschaften die vor zwei Jahren nicht einmal mit uns reden wollen steigen jetzt in den konstruktiven Dialog mit ein“, so Kuneva und fügte hinzu, sie habe eine klare Botschaft von der Branche bekommen, die sich ein „ebenes Spielfeld“ und gleiche Standards die auf alle zuträfen wünsche.
Rechtswidrigen Gesellschaften wurde bis Juli eine Frist gesetzt, ihre Webseiten zu ändern und den Vorgaben der Kommission Folge zu leisten. Wenn sie dies versäumen, können die nationalen Behörden unter EU-Recht gegen sie vorgehen.
Die Kommission könne nicht direkt gegen individuelle Fluggesellschaften vorgehen, würde aber nicht davor zurückschrecken Rechtswidrigkeitsverfahren gegen Mitgliedstaaten einzuleiten, die dies nicht durchsetzten, so Kuneva.
Machtspiel
Auf die Frage warum die Kommission durch die Verfolgung der Fluglinien in den letzten 18 Monaten ohne eindeutiges Mandat zum Eingriff gehandelt habe, folgerte die Kommissarin, dass dies ein „Machtspiel“ sei und erklärte weiter, alles hänge davon ab, wie gut die nationalen Behörden ihre Arbeit täten.
Sie könne keine Wunder vollbringen, aber man müsse versuchen die Verbraucher zu stärken. Schritt für Schritt werde sie den Markt aufräumen, da einige dieser Unternehmen die Verbraucher jahrzehntelang ausgenutzt hätten.
Der neue Kommissionsbeschluss wird das Netzwerk der nationalen Vollzugsbehörden zu stärken suchen und identifizieren wie die EU-Kommission ihnen bei der Arbeit helfen kann, zum Beispiel in dem die Auswirkungen des Vollzuges überwacht.
Die Kommission arbeitet mit den Fluggesellschaften zusammen, um eine brachenweite Vereinbarung zu schaffen, um Standards hoch zu halten. Sie wird dieses Jahr eine weitere Überprüfung starten und mit kleinen Gruppen von Mitgliedstaaten gemeinsame Vollzugsschritte unternehmen.