Kommission unterbindet Übernahmeversuch von Ryanair [DE]

Die Kommission hat am 27. Juni 2007 entschieden, dass die Billig-Fluggesellschaft Ryanair die ehemals staatliche Fluglinie Aer Lingus aus Irland nicht übernehmen darf. Eine Fusion werde den Wettbewerb und die freie Wahlmöglichkeit des Verbrauchers einschränken, so die Kommission.

Die Kommission hat am 27. Juni 2007 entschieden, dass die Billig-Fluggesellschaft Ryanair die ehemals staatliche Fluglinie Aer Lingus aus Irland nicht übernehmen darf. Eine Fusion werde den Wettbewerb und die freie Wahlmöglichkeit des Verbrauchers einschränken, so die Kommission.

Die Kommission begründet ihre negative Entscheidung zum Vorhaben von Ryanair, die Aer Lingus zu übernehmen, mit den Anteilen, die beide Unternehmen an ihrem Heimatflughafen Dublin halten. Gemeinsam würden die beiden Unternehmen rund 80% der Passagierflüge nach und von Dublin aus anbieten. Es hätte keinen Konkurrenten mit mehr als 5% Marktanteil gegeben. Außerdem würde ein gemeinsames Unternehmen von Ryanair und Aer Lingus ohne jeglichen Konkurrenten aus 22 der 35 Flugrouten nach und von Dublin aus sein. 14 Millionen Menschen fliegen jährlich von Irland aus oder in das Land.

Der Vorstandsvorsitzende von Ryanair, Michael O’Leary, schlug als andere Übernahmemöglichkeit vor, Anteilen am Dubliner Flughafen und dem Londoner Flughafen Heathrow auf Konkurrenten zu übertragen. Die Kommissarin für Wettbewerb sagte, sie prüfe diese Möglichkeiten sorgfältig, aber sie seien nicht ausreichend. Besonders, so Kroes, versäume es Ryanair Möglichkeiten aufzuzeigen, wie andere Teilnehmer Zugang zum Markt für Flugreisen nach und von Irland aus finden könnten.

Kroes sagte zu Journalisten in Brüssel, dass sie sich zum Übernahmeverbot entschieden habe, um die Verbraucher zu schützen. Die Fusion hätte zu einer dramatischen Einschränkung der Wahlmöglichkeiten für Verbraucher geführt.

Der irische Premierminister Bertie Ahern und auch der Vorstandsvorsitzende von Aer Lingus, Dermot Mannion, protestierten deutlich gegen das Übernahmeangebot von Ryanair von über 1,48 Milliarden Euro. Ahern sagte, es  würde ein neues Monopol auf dem Fluglinienmarkt in Dublin schaffen.

O’Leary übte scharfe Kritik an der Kommissionsentscheidung. Sie sei ‚politisch motiviert und auf eine Beschwichtigung der engen Interessen der irischen Regierung’ ausgerichtet, die als einziges – anders als Aer Lingus selbst – gegen die Fusion gewesen sei. O’Leary sagte, Ryanair werde gegen die ‚unrechtmäßige’ Entscheidung der EU Einspruch erheben.