Kommission stellt Pläne für umweltfreundliche IKT vor [DE]
Die Europäische Kommission wird nächstes Jahr im Februar Vorschläge vorstellen, die ‚intelligente’ Technologien für den Kampf gegen den Klimawandel fördern sollen, teilte die Kommissarin für Informationsgesellschaft Viviane Reding Wirtschaftsvertretern in Brüssel mit.
Die Europäische Kommission wird nächstes Jahr im Februar Vorschläge vorstellen, die ‚intelligente’ Technologien für den Kampf gegen den Klimawandel fördern sollen, teilte die Kommissarin für Informationsgesellschaft Viviane Reding Wirtschaftsvertretern in Brüssel mit.
Die IKT-Branche müsse bei Europas Bemühungen um den Klimaschutz eine führende Rolle spielen, meinte Kommissarin Reding und fügte hinzu, die EU-Kommission werde das Ihrige unternehmen, um diesen Trend zu unterstützen.
Brüssel werde ein neues Dokument veröffentlichen, in dem konkrete Empfehlungen für die Politik, die verfolgt werden solle, ausgesprochen würden, kündigte die Kommissarin an. Der Leitfaden werde sich teilweise auf Daten stützen, die die Wirtschaft zur Verfügung gestellt habe.
Anfang des Jahres erklärte Reding, die Einführung verpflichtender Standards für das öffentliche Beschaffungswesen sei denkbar, um die Energieeffizienz-Standards für Informations- und Kommunikationstechnologien zu verbessern (EURACTIV vom 22. Februar 2008).
Von den Daten, die ihr vorliegen, will die Kommission insbesondere die Ergebnisse einer Studie über das Potenzial der IKT-Branche im Kampf gegen den Klimawandel, die gestern (11. Dezember 2008) erneut veröffentlicht wurde, berücksichtigen.
Die Branche lenkte die Aufmerksamkeit erneut auf die Ergebnisse des Berichts, der erstmals im Juni (EURACTIV vom 27. Juni 2008) veröffentlicht wurde, um so Druck auf die EU-Staats- und Regierungschefs auszuüben, die sich derzeit in Brüssel versammelt haben, um ein Abkommen über die Klimaschutzziele der Union abzuschließen.
Der Bericht mit dem Titel ‚Smart 2020’ (mit sinnvollen Maßnahmen ins Jahr 2020) wurde gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen McKinsey von der ‚Climate Group’ verfasst. Daran sind große IKT-Unternehmen wie Cisco, Vodafone, Nokia, Microsoft und Intel beteiligt.
Dank der weiten Verbreitung ‚intelligenter’ Anwendungen, könne der IKT-Sektor bis 2020 seine CO2-Emissionen um 15% senken. Dies würde der Wirtschaft insgesamt 600 Milliarden Euro sparen, wird in der Studie geschätzt. Intelligente Logistik-Systeme könnten die Effizienz beim Transport und der Lagerung von Gütern deutlich steigern, wird weiter gesagt. Dadurch könnten allein in Europa Energieeinsparungen im Umfang von 280 Milliarden Euro gemacht werden, so die Prognose.
In dem Bericht wird argumentiert, durch eine ausgeklügeltere Bauweise und stärkere Automatisierung könnten die Emissionen von Gebäuden in den USA um 15% gesenkt und der Energieverlust der Stromnetze in Indien um 30% reduziert werden.
Kommissarin Reding begrüßte den Bericht und betonte, wie wichtig es sei, Daten zur Verfügung zu stellen, damit der Klimawandel und das Potenzial von IKT stärker ins allgemeine Bewusstsein gerückt werden könnten. Der Leiter der Climate Group Steve Howard reagierte darauf mit der Forderung nach dem richtigen politischen Rahmenwerk zur Förderung von Innovation und Investitionen.