Kommission enthüllt Pläne für Europäisches Technologieinstitut [DE]

Die Kommission hat ihren Vorschlag zur Einrichtung eines Europäischen Technologieinstituts (ETI) bis 2009 präsentiert. Doch Universitäten und der eigene Forschungsbeirat üben heftige Kritik an dem Projekt.

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Die Kommission hat ihren Vorschlag zur Einrichtung eines Europäischen Technologieinstituts (ETI) bis 2009 präsentiert. Doch Universitäten und der eigene Forschungsbeirat üben heftige Kritik an dem Projekt.

Die Kommission hat ihre Pläne für das Technologieinstitut am 22. Februar 2006 vorgestellt. Sie beschreiben den Rahmen für die Etablierung eines solchen Instituts, enthalten jedoch keinen Hinweis auf dessen Standort. Für den Zeitraum 2009-2013 wollen die EU, die Mitgliedstaaten und Wirtschaft 1 bis 2 Milliarden Euro für das Projekt zur Verfügung stellen. 

Das ETI soll in zwei Ebenen gegliedert werden: einem Verwaltungsrat (die „Zentrale“) und Wissensgemeinschaften. Der Verwaltungsrat, der sich aus Persönlichkeiten aus Forschung und Wirtschaft zusammensetzen soll, soll für Strategie und Ausgaben des EIT zuständig sein und die Wissenschaftsgemeinschaften auswählen und beurteilen. 
Die Wissensgemeinschaften sollen Hochschulabteilungen, Unternehmen und Forschungsinstitute zusammenbringen, um Forschung, Bildungsmaßnahmen und innovative Tätigkeiten in interdisziplinären strategischen Bereichen durchzuführen. Die teilnehmenden Einheiten wissenschaftlicher Einrichtungen würden für einen gewissen Zeitraum zum ETI übergehen und ihrer eigenen Einrichtung in dieser Zeit nicht mehr angehören. Das ETI soll Rechtspersönlichkeit erhalten und von Bestimmungen der Mitgliedstaaten unabhängig sein. Zu den ausgewählten strategischen Forschungsgebieten gehören Nanotechnologie sowie Informations- und Kommunikationstechnologien. 

Im Vergleich zum Europäischen Forschungsrat (EFR), der Grundlagenforschung finanzieren soll, würde das EIT eine Wissenseinrichtung sein, die den konkreten Einsatz von Forschungsergebnissen zu erwerbsmäßigen Zwecken vorantreibt, während der EFR lediglich Gelder für Forschungsprojekte zur Verfügung stellen soll.