KMU besorgt über Bilanzierungsrichtlinien [DE]
Kleine Unternehmen sind sehr besorgt über den Vorschlag der Europäischen Kommission, Kleinstunternehmen, im Zuge des Bürokratieabbaus, von den Bilanzierungsrichtlinien auszunehmen.
Kleine Unternehmen sind sehr besorgt über den Vorschlag der Europäischen Kommission, Kleinstunternehmen, im Zuge des Bürokratieabbaus, von den Bilanzierungsrichtlinien auszunehmen.
Der europäische Dachverband der kleinen und mittelständischen Unternehmen und des Handwerks (UEAPME) befürchtet, der Plan bringe keine Ersparnisse für kleine Unternehmen, sondern Gefahr der Marktverzerrung und könne der Transparenz im Sektor schaden.
Die Organisation ließ verlauten, man sei „unbeeindruckt“ von dem Versuch der Kommission den Verwaltungsaufwand für kleine Unternehmen zu verringern, da die jährliche Erstellung eines Finanzberichts ein grundlegendes Werkzeug sei, mit dem kleine Unternehmen ihre finanzielle Stabilität bewiesen.
Der Vorschlag, Kleinst-Unternehmen von der Verpflichtung, diese Berichte zu erstellen, auszunehmen, sei fragwürdig. Behörden würden diese Daten aus steuerlichen und statistischen Gründen trotzdem noch benötigen, Banken würden ohne diese Daten keine Kredite vergeben und Zulieferer würden anhand dieser entscheiden, ob der Betrieb den sie beliefern stabil und verlässlich ist, um das Ärgernis von verspäteten Zahlungen zu vermeiden, ließ die UEAPME verlauten.
Der Organisation zufolge, verletze der Vorschlag die Prinzipien des Binnenmarktes und verursache unterschiedliche Bedingungen für Unternehmen in verschiedenen Mitgliedstaaten, da nicht alle die Ausnahme übernehmen würden.
UEAPME empfahl stattdessen die bestehenden, bereits aufeinander abgestimmten Richtlinien zur Erstellung der Finanzberichte zu vereinfachen, da dies eine weitaus praktikablere und weniger marktverzerrende Alternative darstelle.
Die Konsistenz der Richtlinien über Landesgrenzen hinweg, könne sonst nicht länger gewährleistet werden und die Mitgliedstaaten würden dazu verleitet, Maßnahmen zu ergreifen ihre eigenen Kleinst-Unternehmen zu schützen, was auf Kosten der anderen europäischen Wettbewerber gehen würde.
Bei der Veröffentlichung des Vorschlags letzte Woche hatte die Kommission gesagt, Kleinst-Unternehmen seien vornehmlich in Geschäften auf lokaler und regionaler Ebene tätig und hätten wenig oder keine grenzübergreifende Aktivitäten.
Andrea Benassi, Generalsekretär der UEAPME, bekräftigte die Auffassung seiner Organisation, die Kommission solle lieber die existierenden, gesamteuropäischen Regeln vereinfachen und für alle Unternehmen geltend machen. Dies garantiere eine verbesserte Regulierung und entspreche eher dem regionalen Ansatz, den die Kommission in ihrem „Small Bussiness Act“ geäußert hatte.