Klimaziele in Rettungsplänen für den Automobilsektor [DE]
Vier internationale Institutionen, unter anderem die UNO und die Internationale Energieagentur (IEA) haben sich zusammengeschlossen, um die Entwicklung neuer Automobil-Technologie voranzutreiben, mit dem Ziel den Treibstoffverbrauch aller Autos bis 2050 um 50 Prozent zu senken. Auf diese Weise sollen die CO2-Emissionen im Straßenverkehr bedeutend gesenkt werden.
Vier internationale Institutionen, unter anderem die UNO und die Internationale Energieagentur (IEA) haben sich zusammengeschlossen, um die Entwicklung neuer Automobil-Technologie voranzutreiben, mit dem Ziel den Treibstoffverbrauch aller Autos bis 2050 um 50 Prozent zu senken. Auf diese Weise sollen die CO2-Emissionen im Straßenverkehr bedeutend gesenkt werden.
Die globale Initiative zur Verbesserung der Treibstoffeffizienz, „50 by 50“, wurde gestern (4. März 2009) in Genf, vom UN-Umweltprogramm (UNEP), von der Internationalen Energieagentur (IEA), dem Weltverkehrsforum (ITF) und der FIA Foundation lanciert.
Die Initiative hat das Ziel, die Effizienz aller neuen Autos bis 2030 um 50% zu verbessern und bis 2050 alle Fahrzeuge der Welt an dieses Standard anzupassen/dieses Ziel erreicht haben.
Der Plan soll die jährlichen CO2-Emissionen bis 2050 um zwei Gigatonnen reduzieren und dabei bis zu sechs Milliarden Barrel Öl einsparen werden, so seine Befürworter.
Der Vorschlag kam auf, als Rettungspläne in der ganzen Welt eingesetzt wurden, um die durch die Rezession stark angeschlagenen Autohersteller aufzufangen. In Europa wurden wegen sinkender Absatzzahlen bereits tausende Beschäftigte entlassen.
Es hatte Bedenken gegeben, dass nationale Rettungspläne mit protektionistischen Maßnahmen einher gehen könnten, die gegen die Prinzipien des europäischen Binnenmarkts verstoßen können (EURACTIV vom 4. Februar 2009). Des Weiteren wurde die Bereitstellung öffentlicher Gelder für Industriesubventionen in Frage gestellt.
Es wird erwartet, dass sich die Anzahl der Autos auf den Straßen bis 2050 verdreifachen wird. Angesichts dieser Zahlen, zeigten sich die an der Initiative beteiligten Organisationen zuversichtlich, dass sich das Ausmaß der CO2-Emissionen etwas über dem Niveau von 2005 stabilisieren werde. Auch die Luftqualität in schnell wachsenden Ländern werde sich entscheidend verbessern.
Laut der Organisationen, sei es möglich, die geforderten Emissionskürzungen mit existierenden Technologien zu erreichen. Um das Zwischenziel bis 2030 zu erreichen, müsse man die Hybrid-Technologie auf eine weitaus größere Zahl von Fahrzeugen ausdehnen.
Des Weiteren, erwarten sie die Weiterentwicklung von batteriebetriebenen Fahrzeugen, Plug-in Steckdosenhybriden und möglicherweise Wasserstoff-Brennzellen-Fahrzeuge. Wenn es gelänge, diese in kurz- bzw. mittelfristiger Zukunft auf den Markt zu bringen, könne man weitere Emissionsreduzierungen erreichen.
Allerdings wird im Bericht auch anerkannt, dass die momentan schwierige Wirtschaftssituation, die Bereitschaft für Veränderungen in der Industrie einschränken könne. Man betrachte diese Initiative als langfristige Maßnahme, erklärten die Organisationen und betonten die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Regierungen und Autoherstellern, um die Ziele kosteneffizient erreichen zu können.
Richtlinien für verbesserte Effizienz
Die Behörden argumentieren, Richtlinien zur besseren Treibstoffeffizienz, deren Entwicklung außerhalb der OECD immer noch in den Kinderschuhen steckt, seien von entscheidender Bedeutung für den Fortschritt. Sie schlagen einige Strategien für Regierungen vor, die sich nach dem jeweiligen Markt richten.
Standards für Treibstoffeffizienz und den Herstellung von Kfz-Komponenten könnten, die „verbreitete Abneigung gegen Investitionen in Treibstoffeffizienz“ bekämpfen, wird in dem Bericht festgestellt. Weiter wird vorgeschlagen, Steuern für den Fahrzeugbesitz und Gebühren für eine jährlich erneuerbare Fahrgenehmigung an die Treibstoffeffizienz und den Emissionsausstoß des Fahrzeugs anzupassen (siehe EURACTIV LinksDossier „Autos und CO2“).
Der Bericht tritt ebenso für eine internationale Harmonisierung von Tests zur Treibstoffeffizienz, Steuervorteilen und Kennzeichnungssystemen ein. Die Schaffung eines globalen Automarktes würde die Kosten, die durch die Einhaltung von Standards entstehen, verringern.
EU-Minister diskutieren Abwrackprämie
Die EU-Minister treffen sich heute (5. März 2009) im Rahmen des Rates „Wettbewerbsfähigkeit“, um die Krise der Automobilindustrie zu diskutieren. Die Entwürfe für eine Schlussfolgerung unterstützen so genannte Abwrackprämien, die Verbraucher finanziell unterstützen, wenn sie ihre alten Modelle verschrotten und umweltfreundlichere Neuwagen anschaffen. Dies soll zum Erreichen von Europas Umweltzielen beitragen.
Die European Federation for Transport and Environment (T&E), einem Dachverband von Umweltverbänden, die ihren Schwerpunkt auf den Straßenverkehr legen, rief die EU dazu auf, ihre Methoden aufmerksamer zu prüfen. Eine OECD-Studie habe ergeben, dass der Kosten-Nutzen-Aspekt solcher Abwrackprämien äußerst ungünstig sei und dass alternative Maßnahmen wesentlich größere Auswirkungen auf die Umwelt haben würden.
Es sei ironisch, dass die Automobilindustrie, die jedes Mal laut aufgeschrieen habe, wenn eine Umweltprämie vorgestellt wurde und stets mehrere Folgenabschätzungen gefordert habe, sich nun, da Milliarden von Regierungsgeldern involviert seien, auf einmal seltsam still verhalte und nicht wie gewohnt eine Kosten-Nutzen- Analyse verlange, sagte Kerstin Meyer von T&E.