Klimawandel: Bericht nennt zwölf gefährlichste Gesundheitsrisiken [DE]
Der Klimawandel könnte zu einer Verbreitung von Krankheitserregern wie Cholera, Ebola, Pest und Tuberkulose in bislang nicht betroffenen Regionen führen, behaupten Gesundheitsexperten, die zu einer strengeren Überwachung von Wildtieren auffordern. Das sei die beste Vorbereitungsmaßnahme.
Der Klimawandel könnte zu einer Verbreitung von Krankheitserregern wie Cholera, Ebola, Pest und Tuberkulose in bislang nicht betroffenen Regionen führen, behaupten Gesundheitsexperten, die zu einer strengeren Überwachung von Wildtieren auffordern. Das sei die beste Vorbereitungsmaßnahme.
Die Krankheitserreger wurden in einem Bericht aufgelistet, der am 7. Oktober 2008 von der Wildlife Conservation Society (WCS) veröffentlicht wurde und eine Darstellung gefährlicher Krankheiten bereitstellt, deren geographische Ausweitung infolge des Temperaturanstiegs und veränderter Niederschlagsmengen erwartet wird.
Weitere Krankheiten, deren Ausbreitung befürchtet wird, schließen die Geflügelgrippe, im Darm befindliche und äußerliche Parasiten, Gelbfieber, die Schlafkrankheit und durch Zecken übertragene Krankheiten wie Babesiose mit ein.
Der WCS zufolge sei die beste Risikovorbeugung die Beobachtung von frei lebenden Tieren. Ihrer Meinung nach kann es hilfreich sein, herauszufinden, wie sich die Krankheiten verbreiten, damit Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich davon lernen und die Auswirkungen abmildern können.
Die Gesundheit frei lebender Tiere stehe in engem Zusammenhang mit den Ökosystemen, in den sie lebten, meinte WCS-Präsident Dr. Steven E. Sanderson und erklärte, dass selbst kleine Störungen weitreichende Konsequenzen dafür haben könnten, von welchen Krankheiten sie im Verlaufe des Klimawandels befallen würden und welche davon sie übertrügen. Eine Beobachtung der frei lebenden Tiere könne helfen, vorherzusagen, wo Probleme auftreten könnten, und zu planen, wie man sich dagegen wappne, fügte er hinzu.
Seine Aussagen werden von den Beobachtungen eines weltweit agierenden Netzwerks zur Kontrolle der Vogelgrippe (AI) bestätigt. Dieses Netzwerk beobachtet seit 2006 die Ausbreitung der Vogelgrippe unter den Wildvogelpopulationen auf der ganzen Welt. Es betont, dass die Überprüfung von Populationen frei lebender Tiere auf potenzielle Gefahren grundlegend für die Erarbeitung von Strategien zur Vorbereitung und Vorbeugung und dass eine Ausweitung der Kontrolle von der Vogelgrippe auf andere tödliche Krankheiten der unmittelbar nächste Schritt sein müsse.
Die zwölf tödlichsten Krankheiten werden potenzielle Auswirkungen sowohl für die Gesundheit der Menschen als auch der frei lebenden Tiere haben, werden allerdings auch die Wirtschaft weltweit betreffen, merkt die Gesellschaft an. Die Krankheitserreger, die in Wildtierpolulationen entstehen oder sich dort verbreiten – wie die Vogelgrippe – hätten den Handel bereits in großem Maße destabilisiert und erheblichen wirtschaftlichen Schaden angerichtet, erklärten die Autoren.
Trotz der Bemühungen, die Krankheitserreger von Wildtieren zu überwachen, gebe es nur wenig Informationen über die Ausbreitung solcher Krankheiten im Zusammenhang mit dem Klimawandel, stellt die WCS fest.
Die Zunahme extremer Wettererscheinungen wie Hitzewellen, Überschwemmungen und Waldbränden in Europa hat die europäischen Politiker darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig es ist, Strategien zur Anpassung an die bereits vorhandenen Auswirkungen der Erderwärmung zu entwickeln.
Im Juni 2007 nahm die Kommission ein Grünbuch zur Anpassung an den Klimawandel in Europa an, in dem ebenfalls mehrere Optionen für Maßnahmen der EU zum Umgang mit den gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels vorgeschlagen werden.
Eine Mitteilung der Kommission zur Anpassung an den Klimawandel wird noch vor Ende dieses Jahres erwartet.