Klimabeirat: EU soll CO2-Emissionen bis 2040 um mehr als 90% senken

Die Europäische Union muss eine nahezu vollständige Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2040 anstreben, wenn sie ihr Ziel der Klimaneutralität bis 2050 erreichen will. Das befindet der Klimabeirat der EU.

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Die Empfehlung des Europäischen Wissenschaftlichen Beirats zum Klimawandel ist das Ergebnis einer umfassenden Analyse der neuesten verfügbaren wissenschaftlichen Daten. [<a href="https://epaimages.com/home.pp?flush=1" target="_blank" rel="noopener"> EPA-EFE/OLIVIER HOSLET</a>]

Die Europäische Union muss eine nahezu vollständige Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2040 anstreben, wenn sie ihr Ziel der Klimaneutralität bis 2050 erreichen will. Das befindet der Klimabeirat der EU.

Die Empfehlung des Europäischen Wissenschaftlichen Beirats zum Klimawandel vom 15. Juni ist das Ergebnis einer umfassenden Analyse der neuesten verfügbaren wissenschaftlichen Daten.

Sie empfiehlt, das Budget für die Treibhausgasemissionen der EU innerhalb einer Grenze von 11 bis 14 Gt CO2e für 2030-2050 zu halten.

Um dies zu erreichen, müsste die EU ihre Emissionen bis 2040 um 90 bis 95 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 senken.

„Die Empfehlungen des Beirats unterstreichen die Notwendigkeit mutiger und umwälzender Maßnahmen, um die Klimaneutralität bis 2050 auf eine Weise zu erreichen, die sowohl fair als auch machbar ist“, sagte Professor Ottmar Edenhofer, Vorsitzender des EU-Klimabeirats.

„Indem wir die richtigen politischen Entscheidungen treffen und nachhaltige Innovationen einführen, können wir den Weg für eine widerstandsfähige Zukunft ebnen“, sagte er.

Der Beirat hat über 1.000 Emissionspfade untersucht, um die Szenarien zu ermitteln, die am besten geeignet sind, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Die Mitglieder untersuchten die Machbarkeit der Szenarien und ihre Fairness in Bezug auf den Beitrag der Union zu den globalen Klimaschutzbemühungen.

„Um sicherzustellen, dass die Klimamaßnahmen der EU sowohl durchführbar als auch fair sind, sollten die Bemühungen der EU zur Eindämmung des Klimawandels sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU stattfinden“, sagte Professor Jette Bredahl Jacobsen, stellvertretende Vorsitzende des Beirats.

In einem ersten Schritt sollte sich die EU darauf konzentrieren, das derzeitige Reduktionsziel von 55 Prozent bis 2030 zu erreichen.

Der Beirat wurde im Rahmen EU-Klimagesetzes eingerichtet, das die Europäische Kommission auffordert, einen Legislativvorschlag für ein Klimaziel für 2040 vorzulegen.

Eine öffentliche Konsultation, die von der Kommission Anfang des Jahres eingeleitet wurde, unterstrich die Notwendigkeit, ein Ziel für 2040 festzulegen, um die Klimaziele der Union für 2050 zu erreichen.

„Auch wenn die Auswirkungen auf das Bruttoinlandsprodukt insgesamt wahrscheinlich begrenzt sein werden, wird der Übergang zur Klimaneutralität unsere Volkswirtschaften verändern“, räumte die Kommission ein.

Der Bericht fordert dringende Maßnahmen, sagt aber auch, dass das Erreichen des Ziels für 2040 eine sorgfältige europäische, nationale und lokale Planung erfordert.

„Das empfohlene Ziel für 2040 verlangt von uns, dass wir schnell handeln und einen reibungslosen Übergang sicherstellen, um Umweltrisiken zu bewältigen und die Herausforderungen der technologischen Weiterentwicklung anzugehen“, sagte Professor Laura Diaz Anadon, stellvertretende Vorsitzende des EU-Klimabeirats.

Deshalb sollte die Politik schnellstmöglich die Leitplanken für das Erreichen der Klimaziele schaffen, denn nächstes Jahr wird wieder gewählt.

„Die Schaffung eines politischen Rahmens, der Anreize zur Emissionsreduzierung bietet und gleichzeitig Anreize für eine rasche Ausweitung der CO2-Beseitigung schafft, ist eine zentrale Herausforderung für die politischen Entscheidungsträger in den kommenden Monaten“, fügte Professor Edenhofer hinzu.

[Bearbeitet von Frédéric Simon/Alice Taylor]