Klima-Gipfel mit "Proklamation von Marrakesch"

Die Vertreter von fast 200 Staaten haben bei der UN-Klimakonferenz in Marokko dazu aufgerufen, mit "maximalem politischen Engagement" gegen die Klimaerwärmung vorzugehen.

marrakech-cop22-credittakver-flickr
Bei der anstehenden UN-Klimakonferenz geht es nicht länger nur um die Reduktion von Treibhausgasen, sondern um eine sozialverträgliche Dekarbonisierung der Weltwirtschaft und die Rettung der Globalen Zusammenarbeit im Angesicht nationalistischer Alleingänge, erklärt DIE-Direktor Dirk Messner. [<a href="https://www.flickr.com/photos/takver/30859329552/" target="_blank" rel="noopener">[Takver/Flickr]</a>]

Die Vertreter von fast 200 Staaten haben bei  der UN-Klimakonferenz in Marokko dazu aufgerufen, mit „maximalem politischen Engagement“ gegen die Klimaerwärmung vorzugehen.

In der einen Tag vor dem Abschluss des Treffens verabschiedeten „Proklamation von Marrakesch“ hieß es am Donnerstag, der Kampf gegen den Klimawandel habe „dringende Priorität“.
Die Unterzeichner von 196 Staaten und der Europäischen Union sagen in der
Proklamation den Treibhausemissionen als Quelle der Klimaerwärmung den Kampf an und verpflichten sich, die Ziele des UN-Klimaschutzabkommens von Paris „vollständig“ umzusetzen und zu verwirklichen. Beteiligt am Kampf gegen die Erderwärmung seien „nicht nur Regierungen, sondern auch die Wissenschaft, Unternehmen und weltweite Aktionen auf allen Ebenen“.

Zugleich wird in der Proklamation das Ziel der Industriestaaten bekräftigt, bis 2020  jährlich 100 Milliarden Dollar für die Entwicklungsländer aufzubringen – ein bereits bei der Kopenhagener Klimakonferenz von 2009 gemachtes Versprechen.

Der globale Klimaschutzvertrag war im Dezember 2015 in Paris beschlossen
worden. Er sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst
aber auf unter 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter, zu begrenzen. Die bislang vorliegenden nationalen Zusagen zur Verringerung des
Treibhausgasausstoßes reichen dazu allerdings nicht aus.

Das Abkommen trat Anfang November in Kraft. Es wurde bereits von 111 der
195 Unterzeichnerstaaten ratifiziert – darunter zuletzt Großbritannien am Donnerstag. Die größten Verursacher von Treibhausgas, die USA und China,
ratifizierten ebenfalls.

Der am 8. November zum US-Präsidenten gewählte
Rechtspopulist Donald Trump hatte im Wahlkampf jedoch angekündigt, das
Klimaschutzabkommen aufkündigen zu wollen.

Die Beratungen zur Verwirklichung des Pariser Abkommens hatten am 7. November in der marokkanischen Stadt Marrakesch begonnen. Am Freitag geht die Konferenz zu Ende.