Klaus Regling als Chef der Euro-Finanzgesellschaft?
Ein Deutscher könnte oberster Euroretter werden. Die Aufgabe: die Kontrolle von Krediten aus dem Euro-Hilfspaket.
Ein Deutscher könnte oberster Euroretter werden. Die Aufgabe: die Kontrolle von Krediten aus dem Euro-Hilfspaket.
Der deutsche Finanzexperte und frühere EU-Spitzenbeamte Klaus Regling ist als erster Chef der neuen Finanzgesellschaft im Gespräch, die notfalls klammen Euro-Staaten mit Milliardenbeträgen helfen soll. Das berichteten Diplomaten am Dienstag in Luxemburg am Rande des EU-Finanzministertreffens. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung ist der ehemalige EU-Generaldirektor Favorit unter drei Kandidaten der Euro-Regierungen.
Regling war lange Generaldirektor bei der EU-Kommission, dort für Wirtschaft und Währung zuständig und damit einer der höchsten Verantwortlichen für die Euro-Währung. Diplomaten sagten, die Personalie werde voraussichtlich am (morgigen) Mittwoch entschieden.
Regling setzte sich in seiner Zeit bei der Kommission für ein Strafverfahren gegen die Bundesrepublik ein, nachdem die Regierung Schröder die Defizitgrenze verletzt hatte. Er könnte also die notwendige Glaubwürdigkeit mitbringen.
Zweckgesellschaft soll nach Deutschland
Der deutsche Staatssekretär Jörg Asmussen kündigte heute an, dass die deutsche Finanzagentur die Kapitalmarktgeschäfte der neuen Zweckgesellschaft für den milliardenschweren Euro-Rettungsschirm übernehmen soll. Die Agentur werde bei Bedarf Schuldtitel auflegen und vertreiben. Dies sei der Wunsch zahlreicher Mitgliedsländer gewesen und eine "Anerkennung der Leistungsfähigkeit der Finanzagentur". Die Agentur mit Sitz in Frankfurt ist zuständig für das Schuldenmanagement des Bundes.
dpa/awr
Presse
Süddeutsche Zeitung: Ein Deutscher wird oberster Euro-Retter (8. Juni 2010)