Katastrophenschutz: Albanien nimmt Darlehen von Italien auf

Laut Verteidigungsminister Niko Peleshi hat die albanische Regierung ein Darlehen in Höhe von 30 Millionen Euro von Italien aufgenommen, um die Kapazitäten des albanischen Zivilschutzes, insbesondere im Bereich der Brandbekämpfung, zu stärken.

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Forest fire in Albania
Die Ankündigung erfolgte auf der Sitzung des Ministerrats am Montag und umfasst die Einrichtung eines Zivilschutzzentrums, Such- und Rettungsstrukturen sowie den Kauf von zwei Hubschraubern, die bei der Bekämpfung von Waldbränden helfen sollen. [EPA/ARMANDO BABANI]

Die albanische Regierung hat laut Verteidigungsminister Niko Peleshi ein Darlehen in Höhe von 30 Millionen Euro von Italien aufgenommen, um die Kapazitäten des Katastrophenschutzes im Land, insbesondere im Bereich der Brandbekämpfung, zu stärken.

Die Ankündigung erfolgte während einer Sitzung des Ministerrats am Montag (19. Dezember) und sieht die Einrichtung eines Zivilschutzzentrums, Such- und Rettungsstrukturen sowie den Kauf von zwei Hubschraubern vor, die bei der Bekämpfung von Waldbränden helfen sollen.

„Der Entwurf eines Beschlusses zwischen Italien und Albanien über die Einrichtung eines Zivilschutzsystems wurde genehmigt. Italien hat sich verpflichtet, den Zivilschutz im Ausland mit 30 Millionen Euro zu unterstützen“, so Peleshi. „Es wird ein Zivilschutzzentrum gebaut, und in allen Präfekturen werden zwölf an das Netz angeschlossene Einsatzhallen errichtet.“

Für die Feuerwehr sollen demnach Fahrzeuge und Ausrüstung angeschafft, ein Teil des Darlehens auch für den Kauf von Löschhubschraubern investiert werden. Die derzeitige Flotte ist aufgrund ungelöster Probleme mit Wartungsverträgen außer Dienst gestellt.

Auch Ausbildungsmaßnahmen für Feuerwehrleute sollen laut dem Minister mithilfe des Geldes finanziert werden.

Im Jahr 2021 erlebte Albanien eine überdurchschnittlich schwere Brandsaison, in der landesweit Tausende von Hektar zerstört wurden.

2022 war die Lage zwar weniger schlimm, aber dennoch wurden Hunderte von Hektar vernichtet und Griechenland schickte zwei Wasserflugzeuge, um das Land bei der Brandbekämpfung zu unterstützen, wie der EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarčič, betonte.

„Die Hitzewelle schwappt auch durch Südosteuropa, und mit ihr die hohe Gefahr von Waldbränden. Auf das Hilfeersuchen Albaniens im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens hat Griechenland seine Unterstützung angeboten“, so Lenarčič in einem Tweet.

Eine 2013 veröffentlichte Studie empfahl der Regierung unter anderem, die Feuerwehr besser auszustatten, um Brände in schwer zugänglichen Gebieten zu bekämpfen. Die Ausbildung der Feuerwehrleute sollte demnach verbessert und die Kapazitäten der freiwilligen Feuerwehrleute erhöht werden.

Außerdem wurde vorgeschlagen, bestehende Gesetze zu ändern und die Koordinierung und Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Organisationen zu verbessern.

Es wird jedoch erwartet, dass sich die Situation weiter verschlechtert. Die Balkanländer werden die Folgen des Klimawandels, wie höhere Temperaturen, längere Sommer und weniger Regen, erst noch zu spüren bekommen. Der Sommer 2022 war einer der heißesten der letzten Jahre, mit Temperaturen von über 33 Grad seit Anfang Juni und mehrfach bis zu 43 Grad.

Dies dürfte das Risiko von Wald- und Flächenbränden erhöhen und zeitlich verlängern. Einigen Studien zufolge müssen Albanien und andere Länder der Region damit rechnen, dass sich die Feuersaison in den nächsten 40 Jahren um zwei bis sechs Wochen verlängert.