Kann Unternehmertum erlernt werden?
Jungen Menschen einen unternehmerischen Geist einzuimpfen, ist eine populäre Idee in politischen EU-Kreisen geworden, doch einige Unternehmer sagen, dass die Initiative von alleine kommen muss und nicht erlernt werden kann.
Jungen Menschen einen unternehmerischen Geist einzuimpfen, ist eine populäre Idee in politischen EU-Kreisen geworden, doch einige Unternehmer sagen, dass die Initiative von alleine kommen muss und nicht erlernt werden kann.
Unternehmer und Politiker wogen bei einer Debatte, die am 25. Mai von der Generation Europa Stiftung und der Europäischen Konföderation zu Anlass der KMU-Woche organisiert wird, die Vorteile ab, Unternehmertum in Stundenpläne zu integrieren.
Zusätzlich befragte EURACTIV Mitglieder der offiziellen LinkedIn-Gruppe zur Europäischen KMU-Woche zu ihren Ansichten und sammelte Meinungen durch ein Posting auf der BlogActiv Plattform.
Es gibt eine klare philosophische Spaltung zwischen denjenigen, die Unternehmertum als einen angeborenen Ehrgeiz sehen, mit dem nicht jeder gesegnet wurde, und jenen, die glauben, Schulreformen könnten einen Wandel der Einstellungen hervorbringen.
Ähnlich glauben einige Geschäftsleute, dass die Regierung sich aus ihren Angelegenheiten heraushalten solle, während andere um staatliches Einschreiten zur Förderung von kleinen Firmen und zum Schutz von neu gegründeten Unternehmen vor der Krise bitten.
Echo der Kreativitätsdebatte
Die Frage, ob ein spezifisches Fach wie „Unternehmertum“ eingeführt werden kann, erinnert an die Debatte darüber, wie man Kreativität unterrichtet, welche Teile des Europäischen Jahrs der Kreativität und Innovation 2009 beherrschte.
Die Idee, Unternehmertum, Kreativität oder Initiative Unterrichtszeit zuzuteilen, wurde als Möglichkeit genannt. Eine weitere Alternative ist ein fundamentales Überdenken aller Fächer, um sie relevanter zu machen und Kindern beizubringen, aus bewährten Denkmustern auszubrechen.
Die Rolle der Lehrer
Eine der grundlegenderen Herausforderungen dabei, Menschen zu helfen, ihre kreative Seite zu entdecken, ist die Frage, ob Lehrer gewillt und in der Lage sind, sich zu beteiligen. Unternehmer haben schnell betont, dass Lehrer Beamte sind, die eine sichere Beschäftigung gewählt haben, anstatt sich dem risikoreichen Unterfangen der Unternehmensgründung zu widmen.
Es gibt ein Maß an Konsens, dass die Rolle der Lehrer sich zum „Trainer“ entwickeln solle oder zum „Vermittler“ für die Experimente junger Menschen mit dem Unternehmertum.
Zusätzlich herrscht breite Übereinstimmung, dass Schulen und Universitäten Vorbilder einladen sollten, die die Vorteile und Gefahren der Selbständigkeit erklären könnten. Auf diese Weise würde Schülern geholfen, das Unternehmertum als eine Karriereoption zu betrachten.
Hindernisse bleiben bestehen
Jedoch bleiben einige große Hürden bestehen, wie die begrenzte Zuständigkeit der EU im Bereich Bildung. Brüssel kann höchstens dabei helfen, bewährte Methoden auszutauschen, doch verbleibt es bei den nationalen Regierungen zu kontrollieren, was Kinder lernen und wie.
Letztlich findet die Debatte über den Gebrauch der Ausbildung zur Schaffung eines unternehmerischen Europas nicht in einem Vakuum statt. Parallel dazu unterhalten sich Experten darüber, wie das Schulsystem genutzt werden kann, um die Wertschätzung von Wissenschaften, Mathe, der EU, Kunst und Design, Finanzkenntnissen, Sprachen und vielen anderen mit einander konkurrierenden Interessen zu steigern.
Bildungsminister werden schnell feststellen, dass sie Stundenpläne für Schüler aller Fähigkeiten und Interessen durchsetzen müssen.