Kampf gegen Bandengewalt: Schweden setzt Drohnen und Gesichtserkennung ein
Als Reaktion auf die jüngste Eskalation von Bandengewalt in Stockholm versprach die schwedische Regierung der Polizei am Dienstag 2.500 zusätzliche Kameras für das nächste Jahr und erlaubte den Einsatz von Gesichtserkennung sowie einen vereinfachten Einsatz von Drohnen.
Als Reaktion auf die jüngste Eskalation von Bandengewalt in Stockholm versprach die schwedische Regierung der Polizei am Dienstag 2.500 zusätzliche Kameras für das nächste Jahr und erlaubte den Einsatz von Gesichtserkennung sowie einen vereinfachten Einsatz von Drohnen.
Schweden will mit einer neuen „Kameraoffensive“ gegen die Bandenkriminalität vorgehen, nachdem Schießereien und Bombenanschläge zwischen rivalisierenden Banden das nordische Königreich erschüttert hatten.
„Kameras sind in einer Situation wie dieser extrem wichtig“, sagte Justizminister Gunnar Strömmer.
Insgesamt wollen die rechtsgerichteten Koalitionsparteien (Moderate, Christdemokraten und Liberale), dass die Polizei im nächsten Jahr 2.500 Kameras statt der bisher angestrebten 1.600 aufstellt. Der Minister fügte hinzu, dass zusätzliche Kameras bewilligt werden sollten, wenn weitere Untersuchungen zur Überwachung zu einem Gesetz führen.
Mit anderen Worten bedeute dies eine Verfünffachung der Zahl der Kameras seit dem Amtsantritt der neuen Regierung, so Strömmer weiter.
„In einer Situation, in der sich immer weniger Menschen trauen, mit der Polizei zu sprechen, ist der Bedarf an technischen Beweisen entscheidend, und wir wissen bereits, dass Kameras extrem wichtig sind“, sagte er.
Wenn die Gesetzesänderungen verabschiedet werden, wird die Polizei in der Lage sein, die Gesichtserkennung mit Hilfe von KI-Technologie stärker zu nutzen, um die Identifizierung von Kriminellen, wie z. B. Bandenmitgliedern, zu erleichtern. Die Regierung will auch die automatische Nummernschilderkennung zu einem Instrument der Polizei machen.
Im Rahmen der vorgeschlagenen Gesetzesänderungen wird die Polizei auch mehr Möglichkeiten haben, Drohnen einzusetzen und direkt auf externe Kameras zuzugreifen, wie z.B. auf die Straßenkameras der schwedischen Verkehrsbehörde.
Die Videoüberwachung habe sich bei der Bekämpfung schwerer Verbrechen in anderen Ländern wie Großbritannien bewährt, sagt der liberale Abgeordnete Martin Melin. Er glaubt nicht, dass mehr Kameras eine Bedrohung für die Privatsphäre der Menschen darstellen.
„Ich glaube nicht, dass die Menschen Angst haben, gefilmt zu werden, aber sie haben Angst, dass ihr Haus in die Luft gesprengt oder dass sie beim Einkaufen beschossen werden“, erklärte er gegenüber der Presse.