Kabelbruch sorgt für Spannungen zwischen Schweden und Finnland

Am Dienstag (3. Dezember) kam es auf einer Internetleitung zwischen Schweden und Finnland zu einem doppelten Kabelbruch. Dies führte zu Diskussionen darüber, wie Stockholm und Helsinki darauf reagieren sollten und offenbarte Widersprüche zwischen den Nachbarn.

EURACTIV.com
Construction site for installing fiber optic cables under the ground beside a street to bring fast internet to all residents, selected focus
Die beiden Kabelbrüche wurden am Dienstag (3. Dezember) auf finnischem Boden unweit von Helsinki entdeckt. [[Getty Images]]

Am Dienstag (3. Dezember) kam es auf einer Internetleitung zwischen Schweden und Finnland zu einem doppelten Kabelbruch. Dies führte zu Diskussionen darüber, wie Stockholm und Helsinki darauf reagieren sollten und offenbarte Widersprüche zwischen den Nachbarn.

Die beiden Kabelbrüche wurden auf finnischem Boden nahe Helsinki entdeckt. Bereits am Montag hatten etwa 6.000 Haushalte und 100 Geschäftskunden in Finnland mit Internetausfällen zu kämpfen, während in Schweden keine Verbraucher betroffen waren.

„Wir nehmen das ernst. Die finnische Polizei untersucht den Vorfall und aufgrund der Umstände besteht der Verdacht auf Sabotage“, sagte der schwedische Zivilschutzminister Carl-Oskar Bohlin in einer Erklärung gegenüber der schwedischen Zeitung Aftonbladet.

Die finnische Polizei reagierte prompt auf diese Aussage und widersprach den Sabotage-Vermutungen des Ministers. Sie betonte jedoch, dass die Untersuchungen in Zusammenarbeit mit anderen Behörden fortgeführt würden.

„Die finnische Polizei führt keine laufenden strafrechtlichen Ermittlungen zu den Schäden am Glasfaserkabel durch, das zwischen Finnland und Schweden verläuft“, schrieb die finnische Polizei in einer knappen offiziellen Pressemitteilung.

Das finnische Telekommunikationsunternehmen Elisa erklärte gegenüber der finnischen Zeitung Helsingin Sanomat, dass eines der Kabel durch einen Bagger versehentlich beschädigt worden sei.

Nachdem die finnische Polizei diese Darstellung widerlegt hatte, behauptete der schwedische Minister, er habe von der schwedischen Polizei falsche Informationen erhalten.

„Ich habe Informationen der schwedischen Polizeibehörde wiedergegeben, wonach unter den gegebenen Umständen Sabotage vermutet wurde“, schrieb Bohlin in einem Kommentar an die schwedische Zeitung Expressen.

Die schwedischen Behörden stehen besonders unter Druck, wenn es um internationale Kabelverbindungen geht. Mitte November waren zwei Unterseekabel in der Ostsee durchtrennt worden – eines zwischen Finnland und Deutschland und eines zwischen Schweden und Litauen. Diese Vorfälle hatten Besorgnis über mögliche Sabotageakte ausgelöst.

Aktuell untersuchen die schwedischen und finnischen Behörden die Ereignisse. Fokus liegt auf dem unter chinesischer Flagge fahrenden Schiff Yi Peng 3, das sich Berichten zufolge zum Zeitpunkt der Störungen in der Nähe der betroffenen Gebiete befand.

[Bearbeitet von Jeremias Lin]