Junckers Berater: "Der Brexit kann kein Erfolg werden"
Die Brexit-Verhandlungen können laut dem Kabinettschef von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker pragmatisch angegangen werden. Ein Erfolg würden sie nicht.
Die Brexit-Verhandlungen können laut dem Kabinettschef von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker pragmatisch angegangen werden. Ein Erfolg würden sie nicht.
„Der Brexit kann kein Erfolg werden, weil es ein trauriges Ereignis ist“, sagte der Deutsche Martin Selmayr am Mittwoch auf einer Veranstaltung des US-Magazins Politico in Brüssel. „Der Scheidungsprozess muss in ein geordnetes Verfahren gebracht werden und das Scheidungsrecht dient dazu, dass man sich am Ende wieder in die Augen schauen kann.“ Er fügte hinzu: „Niemand hat ein Interesse daran, dass die Verhandlungen scheitern.“
Auf Medienberichte, wonach er selbst für Spannungen zwischen der Regierung in London und der EU-Kommission in den vergangenen Tagen mitverantwortlich sei, ging Selmayr nicht direkt ein. Die britische Premierministerin Theresa May warf zuvor nicht näher genannten EU-Vertretern vor, die Parlamentswahlen am 8. Juni beeinflussen zu wollen. Es gebe einige in Brüssel, die nicht wollten, dass die Brexit-Verhandlungen zum Erfolg führten, sagte die Regierungschefin in London.
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Selmayr sagte, dass es in Wahlkampfzeiten immer „ein bisschen Lärm“ gebe. Das ändere aber nichts daran, dass die Spitze der EU-Kommission die Brexit-Verhandlungen zu einem Abschluss bringen wolle. Er glaube indes nicht, dass der Weg dorthin ein Spaziergang werde.
Juncker selbst werde sich in Zukunft hoffentlich nur eine halbe Stunde pro Woche mit den Verhandlungen befassen müssen, sagte Selmayr. Deshalb habe man die Gespräche mit der Londoner Regierung an den EU-Chefunterhändler Michel Barnier ausgelagert.