Juncker: Wachstum in der Eurozone "enttäuschend" [DE]

Das Wachstum im Euroraum im letzten Quartal 2005 war schleppend, aber eine Erholung scheint nun in Sicht. Als erster der neuen EU-Mitgliedstaaten ist Slowenien mittlerweile euroreif. 

Das Wachstum im Euroraum im letzten Quartal 2005 war schleppend, aber eine Erholung scheint nun in Sicht. Als erster der neuen EU-Mitgliedstaaten ist Slowenien mittlerweile euroreif. 

Da detaillierte Zahlen für das letzte Quartal von 2005 immer noch fehlen, haben die Finanzminister der Eurozone die folgenden Daten präsentiert:

Deutschland:  Europas größte Wirtschaft wuchs in 2005 um 0,9%, wohingegen das BIP im letzten Quartal gegenüber dem vorigen nicht zunahm.  Die Wirkung der wachsenden Investitionen der Industrie wurde durch ausbleibende private und öffentliche Ausgaben und sinkende Exporte aufgehoben.  Die Wachstumsprognosen für 2006 schwanken zwischen 1,5 % und 2 %, wobei Wirtschaftsminister Michael Glos an seiner Wachstumsprognose von 1,4 % festhält.  Man geht davon aus, dass Berlin am 22. Februar genauere Angaben zu den Zahlen des BIP bekannt geben wird.

Frankreich:  Die französische Wirtschaft konnte im letzten Quartal 2005 ebenfalls nur ein geringes Wachstum verzeichnen.  Das BIP nahm im letzten Viertel um ca. 0,2 % zu, während das Wachstum der vorherigen Quartale um 0,7 % lag.  Frankreich hat nun zum dritten Mal in Folge die 3 %-Marke des öffentlichen Defizits überschritten.  Im März wird Frankreichs Finanzminister die offiziellen Wachstumszahlen veröffentlichen.  

Niederlande:  In den Niederlanden nahm das Wachstum im letzten Quartal 2005 im Vergleich zum vorigen um 1 % zu.

Spanien:  Spanien verzeichnete zwischen Oktober und Dezember 2005 ein Wachstum von 0,9 %.

Estland:  Für 2006 wird in Estland ein Wachstum von 7,2 % erwartet, wesentlich höher als das erwartete durchschnittliche EU-Wachstum von 1,9 %.  In einem Jahresvergleich im Januar 2006 lag die Inflationsrate allerdings bei 4,6 %, welche den Plan gefährden könnte, 2007 die gemeinsame Währung einzuführen.  Kommissar Almunia hat eine „eindeutige und strenge“ Bewertung der Wirtschaftsdaten des Landes versprochen.  Im Juni will er diese veröffentlichen.

Slowenien:  Die Chancen für Slowenien, den Euro 2007 einzuführen stehen gut, da das Land bereits alle fünf Maastricht-Kriterien erfüllt.  Laut einer kürzlich durchgeführten Meinungsumfrage von Eurobarometer halten 58 % der Slowenen den Beitritt zum Euroraum für „eine gute Sache“. In der Übergangsphase will Slowenien versuchen, Verwirrungen und Preiserhöhungen zu verhindern, indem eine doppelte Preiskennzeichnung eingeführt und ein System zur unabhängigen Preisüberwachung und eine ausführliche Informationskampagne gestartet werden.  

Auch obwohl Syrien kein Kandidat für die Eurozone ist, hat es beschlossen, von nun an den Euro anstatt den US-Dollar als harte Währung für Auslandstransaktionen einzuführen.  Laut der staatlich geführten syrischen Handelsbank erschien dieser Schritt im „Licht der derzeitigen Bedrohung von Seiten der USA gegen Syrien und der darauf folgenden Komplikationen bei Geschäftsabläufen sowie Transfers von europäischen und amerikanischen Banken nach Syrien, als wichtig und notwendig“.