IWF will Argentinien schneller helfen
Der Internationale Währungsfonds will Argentinien wegen der Währungskrise schneller als geplant unter die Arme greifen. Der Preis sind weitere Reformzusagen.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) will Argentinien wegen der Währungskrise schneller als geplant unter die Arme greifen. Der Preis sind weitere Reformzusagen.
Gute Erinnerungen an den IWF haben die Argentinier nicht. Um die Jahrtausendwende steckte das Land schon einmal in einer Währungskrise. Auch damals eilte der Fonds zur Hilfe. Doch im Gegenzug zu den Krediten musste das Land tiefgreifende Reform- und Kürzungsprogramme umsetzen, die viele Menschen in die Armut stürzten. Damals zahlte Buenos Aires die Kredite mithilfe anderer südamerikanischer Staaten frühzeitig zurück, um politische wieder auf eigenen Beinen stehen zu können.
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Das Prinzip ist diesmal nicht anders. Bereits Anfang Juni verständigte sich das hoch verschuldete Land mit dem IWF auf einen Kredit von 50 Milliarden Dollar. 15 Milliarden sind bereits ausgezahlt. Im Gegenzug brachte die Regierung einen Sparplan auf den Weg. Vorgesehen sind unter anderem Stellenstreichungen im öffentlichen Dienst und Steuererleichterungen für Öl- und Sojaexporte. Die Gewerkschaft CGT hat für den 25. September zu einem 24-stündigen Generalstreik aufgerufen.
Doch die Krise hat sich weiter zugespitzt. Der argentinische Peso fiel am Mittwoch erneut um fast sieben Prozent und wurde bei Handelsschluss mit 34,48 zum US-Dollar gehandelt. In diesem Jahr verlor die argentinische Landeswährung bereits mehr als 40 Prozent an Wert gegenüber dem Dollar. Entsprechend steigt der Schuldenberg. Es droht die Zahlungsunfähigkeit.
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Daher bat der von einer Mitte-Rechts-Regierung getragene Präsident Mauricio Macri den IWF, die Mittel schneller bereitzustellen, als bisher geplant. Er wolle damit ein Signal setzen, um die Märkte zu beruhigen. Macri sagte, in der vergangenen Woche sei ein weiterer Vertrauensverlust an den Märkten zu beobachten gewesen. Das betreffe vor allem die Finanzierungsmöglichkeiten im Jahr 2019. Der IWF werde nun „alle nötigen Gelder“ bereitstellen, „um die Umsetzung des Finanzprogramms im kommenden Jahr zu garantieren.“
IWF-Chefin Lagarde signalisierte dem Land Entgegenkommen. Sie habe ihr Personal angewiesen, gemeinsam mit der argentinischen Seite an dem ausgehandelten Plan zu arbeiten und auch den Zeitplan für die Auszahlung der Gelder zu überprüfen. Das werde so rasch wie möglich passieren. Allerdings wird dieses Entgegenkommen wohl nicht gratis sein. Weitere Reformzusagen dürften unausweichlich sein. Und damit weitere Erinnerungen an die Zeit in und nach der letzten großen Krise.