Ist der Brexit schuld am Spielermangel im englischen Fußball?

Der Manager der Tottenham Hotspurs macht die Brexit-Entscheidung Großbritanniens dafür verantwortlich, dass sein Team mit keinem einzigen neuen Spieler zu einem Vertragsabschluss kam.

EURACTIV.com
Semi Final Croatia vs England
Topstar Harry Kane von den Tottenham Hotspurs. [EPA-EFE/YURI KOCHETKOV]

Der Manager der Tottenham Hotspurs macht die Brexit-Entscheidung Großbritanniens dafür verantwortlich, dass sein Team mit keinem einzigen neuen Spieler zu einem Vertragsabschluss kam.

Laut Argentine Mauricio Pochettino war der Klub einerseits wegen dem durch den Brexit geschwächten britischen Pfund und andererseits wegen massiver Ausgaben für das neue Stadion des Nord-Londoner Klubs während der Transferperiode so inaktiv.

Am vergangenen Donnerstag erreichte  der Pfund Sterling gegenüber dem Euro seinen tiefsten Wert seit fast neun Monaten. Das bedeutet, dass Spieler aus Euroländern für die britischen Vereine teurer werden.

Durch den Mangel an Neuzugängen sind die Spurs, die allerdings Englands Nationalmannschaftskapitän Harry Kane und WM-Stars wie Hugo Lloris, Christian Eriksen und Toby Alderweireld in ihren Reihen haben, der erste Premier League-Klub in der Geschichte, der im Sommer keine neuen Gesichter präsentiert.

Pochettino hält allerdings daran fest, dass das Halten der Stars aus der letzten Saison, die Fertigstellung des neuen Trainingsgeländes und die hohen Ausgaben für das neue Stadion „mutig“ waren. Er fügte hinzu, dass das Referendum von 2016, durch das Großbritannien voraussichtlich im März 2019 aus der EU ausscheidet, die „Kosten für Spieler um 30 Prozent erhöht“ hat.

Der seit 2014 amtierende Spurs-Chef sagte zudem, die Situation seines Klubs sei „kein Drama“, wobei der Brexit durchaus eine reale Sorge sei. Der Brexit selbst sei durchaus ein Drama, das ihm für die Menschen in England leidtue.

Die Fans der Spurs sind enttäuscht darüber, dass keinerlei neue Verträge abgeschlossen wurden. Sie hoffen nun, dass der bestehende Kader stark genug ist, den ersten Ligasieg seit den 1960er Jahren zu erringen.

Bei den Wettquoten ist Tottenham jedoch nicht der heißeste Titelaspirant. Da liegt Titelverteidiger Manchester City vorne.