Irland testet Vier-Tage-Woche
Tausende von Arbeitnehmer:innen in Irland haben im Rahmen eines internationalen Tests mit der Erprobung einer Vier-Tage-Woche begonnen.
Tausende von Arbeitnehmer:innen in Irland haben im Rahmen eines internationalen Tests mit der Erprobung einer Vier-Tage-Woche begonnen.
Irland ist neben dem Vereinigten Königreich, den USA, Kanada, Australien und Neuseeland das einzige europäische Land, das an dem sechsmonatigen Pilotprojekt zur Erforschung der Auswirkungen einer kürzeren Arbeitswoche teilnimmt.
Das Programm wird von „4 Day Week Global“ in Zusammenarbeit mit anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen und Akademiker:innen aus Oxford, Cambridge und vom Boston College durchgeführt.
Die Mitarbeiter:innen der teilnehmenden Unternehmen werden dabei ihr gesamtes Gehalt erhalten, wenn sie 80 Prozent ihrer bisherigen Arbeitszeit arbeiten, sich aber verpflichten, ihre Produktivität bei 100 Prozent zu halten.
Die Organisator:innen der Studie werden das Produktivitätsniveau, die Auswirkungen auf die Umwelt und die Geschlechtergleichstellung innerhalb der teilnehmenden Organisationen verfolgen. Die Ergebnisse der Studie werden im nächsten Jahr veröffentlicht.
„Wir werden analysieren, wie Arbeitnehmer:innen auf einen zusätzlichen freien Tag reagieren, und zwar in Bezug auf Stress und Burnout, Arbeits- und Lebenszufriedenheit, Gesundheit, Schlaf, Energieverbrauch, Reisen und viele andere Aspekte des Lebens“, so Juliet Schor, Soziologieprofessorin am Boston College und leitende Forscherin des Projekts.
„Die Vier-Tage-Woche wird allgemein als eine Politik der dreifachen Dividende angesehen – sie hilft Arbeitnehmer:innen, Unternehmen und dem Klima. Unsere Forschungsarbeit wird all dies untersuchen.“
Mindestens 17 irische Unternehmen unterschiedlicher Größe aus einer Reihe von Sektoren haben sich der Initiative angeschlossen, ebenso wie 70 im Vereinigten Königreich. Der Plan folgt ähnlichen Programmen, die in anderen Ländern wie in Island zwischen 2015 und 2019 oder von einzelnen Unternehmen durchgeführt wurden.
„Während wir die Pandemie überwinden, stellen immer mehr Unternehmen fest, dass die neue Grenze für den Wettbewerb die Lebensqualität ist und dass reduzierte Arbeitszeiten und produktivitätsorientiertes Arbeiten ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen“, sagte Joe O’Connor, Geschäftsführer von 4 Day Week Global.
„Die Auswirkungen der ‚Great Resignation‘ zeigen nun, dass Arbeitnehmer:innen aus den verschiedensten Branchen bessere Ergebnisse erzielen können, wenn sie kürzer und intelligenter arbeiten“, fügte er hinzu.