Irland fordert von Johnson "glaubwürdige" Vorschläge zum Brexit

Die irische Regierung hat den britischen Premierminister Boris Johnson aufgefordert, belastbare Vorschläge für Verhandlungen über den Brexit vorzulegen.

epaselect epa07799381 A protester depicting British Prime Minister Boris Johnson demonstrates during a protest outside the gates of Number 10 Downing Street in Westminster, London, Britain, 28 August 2019. The UK government is to suspend Parliament after the summer break, a move that might block MPs from voting against a possible no-deal Brexit. In a letter to legislators, British PM Boris Johnson said he had asked Queen Elizabeth II to suspend the current parliamentary session in the second week of September until 14 October.  EPA-EFE/WILL OLIVER .
Die Regierung beabsichtigt mit dem Schritt, das Parlament noch bis zum 14. Oktober zu beurlauben. Dann hält die Königin eine sogenannte Kronrede, in der sie die Zukunftspläne einer Post-Brexit-Regierung darlegen soll. [EPA-EFE/WILL OLIVER .]

Die irische Regierung hat den britischen Premierminister Boris Johnson aufgefordert, belastbare Vorschläge für Verhandlungen über den Brexit vorzulegen. „Wir wollen alle eine Vereinbarung, aber bisher ist nichts Glaubwürdiges von der britischen Regierung gekommen“, sagte Irlands Außenminister Simon Coveney am Freitag in Helsinki. Er bezog sich dabei auf mögliche Alternativen zur umstrittenen Auffanglösung, um Grenzkontrollen zwischen Irland und der britischen Provinz Nordirland zu verhindern.

Er hoffe, dass aus London vor dem geplanten Austritt aus der EU Ende Oktober noch etwas kommen werde, sagte Coveney beim Treffen der EU-Außenminister. „Aber es muss glaubwürdig sein.“ Großbritannien könne nicht einfach an der Position festhalten, die Auffanglösung aus dem Austrittsabkommen mit der EU zu streichen. „Das wird nicht durchgehen.“

Johnson hatte am Donnerstag angekündigt, er wolle die Gespräche mit der EU über den Brexit nun intensivieren. Er will sein Land am 31. Oktober notfalls aber auch ohne Abkommen aus der EU führen.

Einige EU-Regierungen zweifelten an der Ernsthaftigkeit von Johnsons Verhandlungsankündigung. „Die Briten haben nichts im Köcher“, sagte ein Diplomat. Dem Premierminister gehe es womöglich nur um den „Schein von Verhandlungen“.

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn nannte einen drohenden Austritt ohne Abkommen „eine Katastrophe“. Tausende Arbeitsplätze seien dann bedroht, sagte er in Helsinki. Er schloss eine Verschiebung des Brexit nicht aus, wenn dies zu einem Ergebnis führen könne. „Aber wenn man nur verlängert, um zu verlängern, wird es schwierig.“

Asselborn nannte die von Johnson angekündigte Aussetzung der Parlamentsarbeit in Großbritannien vor dem Brexit-Termin „merkwürdig“. Westminister sei immerhin „die Mutter der Parlamente“ und werde nun „an den Rand gedrängt“, sagte er. Das sei nicht normal.