IRA legt Waffen nieder [DE]

Die IRA, eine der gewalttätigsten europäischen Terrorgruppen der letzten Jahrzehnte, hat eine Erklärung veröffentlicht, in der sie dem bewaffneten Kampf gegen die britische Herrschaft in Nordirland abschwört.

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Die IRA, eine der gewalttätigsten europäischen Terrorgruppen der letzten Jahrzehnte, hat eine Erklärung veröffentlicht, in der sie dem bewaffneten Kampf gegen die britische Herrschaft in Nordirland abschwört.

Sämtlichen Aktivisten der Irisch-Republikanischen Armee, so die Erklärung, sei befohlen worden, ihre Waffen zu zerstören und paramilitärische Aktivitäten jeglicher Art ab dem 28. Juli um 16 Uhr einzustellen. Die IRA werde nunmehr versuchen, ihre Ziele mit friedlichen und demokratischen Mitteln zu erreichen. 

Es wird gehofft, dass die IRA auch ihr umfangreiches kriminelles Geldbeschaffungsnetzwerk aufgeben wird. Unter anderem war es verantwortlich für den größten Bankraub in der Geschichte Großbritanniens, durch den die IRA im Dezember 2004 26 Millionen britische Pfund zur Finanzierung ihrer Aktivitäten an sich riss.

Der Kampf in Nordirland zwischen pro-britischen Protestanten und den katholischen IRA-Aktivisten, die für ein vollständig vereintes unabhängiges Irland kämpften, war so fest verwurzelt, dass er im täglichen Leben ganz einfach „die Schwierigkeiten“ („the troubles“) genannt wurde. Insgesamt fielen ihm 3.600 Menschen in Irland und Großbritannien zum Opfer. 

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Josep Borrell, begrüßte die Erklärung als einen „wichtigen Schritt nach vorn“, die Europäische Kommission hingegen hatte kein Kommentar. Dies ist umso überraschender, als dass die Erklärung der IRA in Zeiten, in denen die Angst vor dem Terrorismus umgeht, eine klare Absage an den bewaffneten Kampf darstellt. Nach 40 Jahren der paramilitärischen Gewalt scheint die IRA zu dem Schluss gekommen zu sein, dass gesellschaftliche und politische Ziele im Europa des 21. Jahrhunderts nicht mit Bomben und Gewehren erreicht werden können.