Interview: Nullsteuersatz soll Investitionen in ‚umweltfreundliche Gebäude’ anregen [DE]

Die wirksamste Maßnahme, um die Energieeffizienz im europäischen Gebäudesektor zu steigern, sei ein gemeinsamer Nullsteuersatz für Investitionen in bereits bestehende Wohngebäude, sagte David Orr, Hauptgeschäftsführer der National Housing Federation of England, in einem Interview mit EURACTIV. 

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Die wirksamste Maßnahme, um die Energieeffizienz im europäischen Gebäudesektor zu steigern, sei ein gemeinsamer Nullsteuersatz für Investitionen in bereits bestehende Wohngebäude, sagte David Orr, Hauptgeschäftsführer der National Housing Federation of England, in einem Interview mit EURACTIV. 

„Es lohnt sich, finanzielle Anreize für Investitionen in eine energieeffiziente Versorgung zu schaffen“, meinte Orr und fügte hinzu, es sei angemessen, wenn die EU dabei eine starke Führungsposition einnehme, da die Steuerpolitik und insbesondere die Regelungen für die Mehrwertsteuer auf EU-Ebene festgelegt würden. 

Orr räumte ein, dass es möglicherweise nicht möglich sein werde, eine Einigung auf einen gemeinsamen Steuersatz zwischen den 27 Mitgliedstaaten zu erzielen. Dennoch sei es möglicherweise ausreichend, wenn die EU ein Signal sende und solche Maßnahmen erlaube, um Verhandlungen in den einzelnen Ländern anzuregen, fügte er hinzu.

„Die britische Regierung hat ein klar definiertes Programm – ‘A Code for Sustainable Homes’ (Kodex für nachhaltigen Wohnungsbau). Darin wird das Ziel festgelegt, dass alle Neubauten, die in Großbritannien errichtet werden, bis 2016 CO2-neutral sein sollen“, erklärte Orr. „Was noch fehlt, ist ein entsprechendes Programm für die Nachrüstung und Investitionen in bestehende Gebäude.“

Orr zufolge sind solche Investitionen von grundlegender Bedeutung, um die Gesundheit der Menschen zu verbessern und ihre Heizkostenrechnungen zu senken. Er begrüßte die Debatte im Europäischen Parlament über Energiearmut, meinte aber, die EU müsse sich höhere Ziele stecken und die Steigerung der Energieeffizienz um 20% verbindlich machen.

Einsparungen von 25% bei den CO2-Emissionen durch den Bau energieeffizienterer Häuser seien ein “großer Gewinn”, meinte Orr und erklärte, er wünsche sich für 2020 oder 2050 sehr ehrgeizige Ziele, selbst wenn diese Ziele nur stufenweise erreicht werden könnten.

„Die britische Regierung hat kürzlich angekündigt, dass es Ziel des neuen Amts für Klimaschutz sei, bis 2050 die CO2-Emissionen um 80% zu reduzieren“, erklärte Orr und sagte, er hoffe, das neue Amt werde mit der Baubranche zusammenarbeiten.

„Wir sind bei der Errichtung ökologisch nachhaltiger Neubauten ganz vorne dabei und wollen in diesem Bereich eine führende Rolle übernehmen“, schloss Orr und nannte zwei Gründe für dieses Vorhaben: die volkswirtschaftlichen Folgen der globalen Erderwärmung und die Tatsache, das die Mitglieder von Wohnungsbaugesellschaften Menschen mit sehr geringem Einkommen seien, die daher am stärksten unter hohen Energiekosten zu leiden hätten.

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