Interview: Mehrsprachigkeit geht in der EU zurück [DE]
Die Verträge zur Arbeitsweise der EU-Institutionen fordern Mehrsprachigkeit, doch diese laufe nun Gefahr zu verschwinden; Abdou Diouf, Generalsekretär der internationalen französischsprachigen Organisation "Frankophonie", warnte in einem Interview mit EURACTIV, es entwickele sich stattdessen ein System der Einsprachigkeit - auf Grundlage der englischen Sprache.
Die Verträge zur Arbeitsweise der EU-Institutionen fordern Mehrsprachigkeit, doch diese laufe nun Gefahr zu verschwinden; Abdou Diouf, Generalsekretär der internationalen französischsprachigen Organisation „Frankophonie“, warnte in einem Interview mit EURACTIV, es entwickele sich stattdessen ein System der Einsprachigkeit – auf Grundlage der englischen Sprache.
Die Kommission hat vergangene Woche den Europäischen Tag der Sprachen gefeiert und eine Reihe von Konferenzen und Ausstellungen zum Thema sprachliche Vielfalt, Mehrsprachigkeit und lebenslanges Sprachenlernen veranstaltet (EURACTIV vom 25. September 2007 und vom 27. September 2007).
Dennoch, laut des Generalsekretärs der „Frankophonie“, Abdou Diouf, ist das mehrsprachige System der EU in Gefahr und könnte aufgrund des Überhandnehmens der englischen Sprache sogar vollständig verschwinden, denn Englisch entwickle sich zur „Lingua Franca“ der EU-Institutionen.
„Ich werde mich nicht zu den Modalitäten des Funktionierens einer internationalen Organisation äußern, die den zuständigen Behörden verpflichtet ist“, sagte Diouf in einem Interview mit EURACTIV. „Jedoch nimmt die Mehrsprachigkeit der Gemeinschaft, so wie sie in den Bestimmungen der [EU]-Institutionen niedergelegt ist, ab.“
„Ich kämpfe dafür, das Prinzip der Mehrsprachigkeit und Repräsentation der verschiedenen Sprachen der Europäischen Union zu verteidigen.“
Derzeit bereit sich die EU darauf vor noch im Laufe dieses Jahres eine neue, ehrgeizige Reform ihrer Institutionen anzunehmen. Diouf ruft in diesem Zusammenhang ins Gedächtnis, dass Sprachen das Kernstück einer Demokratie seien.
„Sprache und Demokratie sind untrennbar. Die Union wird nicht ohne ihr Volk vorankommen. Die Völker der Union werden nicht ohne ihre Kulturen vorankommen, d.h. nicht ohne ihre Identitäten.“
Sprachen und kulturelle Differenzen sind zunehmend zu einem Schwerpunkt der Politiken der Kommission geworden. In einem Versuch, das Vertrauen der Bürger für die Europawahlen 2009 zurück zu gewinnen, bereitet die Kommission eine Überarbeitung ihrer Kommunikationsstrategie vor. Diese wird beinhalten, dass die nationalen Behörden mehr Verantwortung bei der ‚Kommunikation Europas’ in ihren eigenen Sprachen übernehmen, und sie wird auf das spezifische nationale Publikum zugeschnitten sein (EURACTIV vom 1. Oktober 2007).
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