Interview: Medizinprodukt-Industrie fordert mehr Unterstützung der Regierung [DE]
Medizinprodukte – von einfachen Nadeln bis hin zu lebensrettenden High-Tech-Implantaten – sollten mehr Unterstützung seitens der Regierungen erhalten, weil sie Patienten schneller hälfen als Medikamente. Dies erklärte Guy Lebeau von Eucomed, dem Europäischen Dachverband der Medizinprodukteindustrie, in einem Interview mit EURACTIV.
Medizinprodukte – von einfachen Nadeln bis hin zu lebensrettenden High-Tech-Implantaten – sollten mehr Unterstützung seitens der Regierungen erhalten, weil sie Patienten schneller hälfen als Medikamente. Dies erklärte Guy Lebeau von Eucomed, dem Europäischen Dachverband der Medizinprodukteindustrie, in einem Interview mit EURACTIV.
„Die Regierungsentscheidungen, medizinische Produkte, die momentan auf dem Markt sind, mitzufinanzieren, wird entscheidend für die Entwicklung dieser Technologie sein“, sagte Guy Lebeau, Vorsitzender von Eucomed. „Die Innovationen in unserer Branche sind groß und können größer werden“, fügte Lebeau hinzu und forderte eine stärkere Unterstützung von Seiten der Regierungen.
Industrien, die Geräte herstellten, mit denen man beispielsweise Krankheits- und Gesundheitsbedingungen erfassen und diagnostizieren könne, „müssen vermehrt in die Entwicklung von Gesundheitssystemen einbezogen werden“, stellte Lebeau fest.
Dies, sagte er, werde „Innovationen durch die Unterstützung der Industrie, die schneller Lösungen findet als die Pharmaindustrie, ermöglichen“.
„Ein Medizinprodukt löst ein Problem in dem Moment, in dem man es einsetzt – in Echtzeit. Diese Echtzeitergebnisse können Patienten schnell helfen. Wir nutzen E-Health heutzutage, um Menschen zu vermitteln, was der Nutzen dieser Produkte ist“, sagte Lebeau und fügte hinzu, dass die Medizinprodukt-Industrie nur 18 Monate benötige, um ein Produkt auf den Markt zu bringen. Der Innovationszyklus in der Pharmaindustrie sei hingegen völlig anders, er betrage etwa zehn Jahre. Er erklärte auch, dass die Industrie unter der Berücksichtigung der Reduzierung von Krankenhausaufenthalten, der Genesungsdauer von Patienten und anderen Aspekten arbeite, die einen „riesigen wirtschaftlichen Einfluss“ hätten.
„E-Health ist eine der Möglichkeiten, um unsere Produkte bekannt und die Technologie verständlich zu machen“, sagte Lebeau, um die Haltung der Industrie für Medizinprodukte zu E-Health zu erklären. Für Eucomed sei E-Health „ein Thema der Investitionen und Innovationen“. Eines der wichtigsten Ziele der Organisation sei es, „unsere Partner und Entscheidungsträger aus dem Gesundheitswesen zu überzeugen, dass es dem Sektor E-Health helfen werden, Innovationen in diesem Bereich zu unterstützen“.
Laut Lebeau müssten die Entscheidungsträger überzeugt werden, weil die Medizinprodukt-Industrie noch nicht sehr bekannt sei und die Menschen nicht verstünden, was die Produkte böten. Er erklärte, dass – im Vergleich zur Pharmaindustrie – der Bereich der Medizinprodukte sehr heterogen sei, was die Produkte und Technologien betreffe. Diese reichten von Nadeln bis hin zu sehr komplexen Geräten, wie Herzschrittmachern und winzigen Instrumenten für invasive Operationsmethoden.
Lebeau sagte jedoch, dass nicht genügend Daten zur Finanzierung von Geräten zur Verfügung stünden. Auch habe man keine Belege, wie sie die Arbeitsproduktivität oder wirtschaftlichen Ergebnisse in Europa verbesserten. Daher hat Euromed ein Forschungsinstitut ins Leben gerufen (siehe EURACTIV vom 5. Oktober 2007), um diese beiden Themen auf gesamteuropäischer Ebene zu untersuchen. Die ersten Ergebnisse werden im Oktober 2008 veröffentlicht werden. Sie werden Empfehlungen zur Finanzierung vorlegen und nachweisen, dass Medizinprodukte zum Wohlstand beitragen.
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