Interview: Breitensport ‚grundlegend’ für aktive Gesellschaft [DE]
Initiativen für Breitensport könnten eine grundlegende Rolle dabei spielen, Bürger bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen einzubinden, da Sport beispielsweise zu besserer Gesundheit, sozialer Integration und Umweltschutz beitrage, so eine Sport-NGO in einem Interview mit EURACTIV.com.
Initiativen für Breitensport könnten eine grundlegende Rolle dabei spielen, Bürger bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen einzubinden, da Sport beispielsweise zu besserer Gesundheit, sozialer Integration und Umweltschutz beitrage, so eine Sport-NGO in einem Interview mit EURACTIV.com.
„Als Mitglied der Zivilgesellschaft kann man sich nicht vor den gesellschaftlichen Herausforderungen verstecken“, sagte Mogens Kirkeby, Präsident der International Sport and Culture Association (ISCA).
Die meisten Herausforderungen würden ohnehin auf Bürgerebene angegangen und würden in die Agenda von Organisationen der Zivilgesellschaft aufgenommen. Darum gebe es sowohl auf Bürger- als auch auf Regierungsebene Handlungsbedarf, erklärte er. Mit Blick auf den Klimawandel würden „Sport für alle“-Organisationen beispielsweise dazu aufgefordert, umweltfreundlichere Initiativen zu fördern, fuhr er fort.
Darum betonte Kirkeby die Notwendigkeit, im Breitensport und dem Profisport in politischer und finanzieller Hinsicht sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene einen ausgewogeneren Ansatz zu verfolgen. „Die Beachtung, die man diesen beiden Sportebenen hat zukommen lassen, war bislang nicht ausgewogen. Sehr oft haben Profisport-Organisationen den Breitensport vertreten und haben für ihn gesprochen. So sollte es nicht sein“, sagte Kirkeby. Er befürchtet, dass der Wettstreit der beiden Sektoren um Fördergelder angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Stagnation „noch härter“ werde.
Er warnte außerdem davor, sich vorrangig mit den Problemen des kommerziellen Sports, wie dem Doping, und dann erst mit dem Thema Breitensport auseinander zu setzen. „Mit Breitensport kann man im Gegenteil die Bürger am besten erreichen und ihnen so die gesellschaftlichen Herausforderungen am besten näher bringen. Wir müssen damit beginnen, diesen Wert des Breitensports anzuerkennen.“
Dieser Wert entstehe vor allem durch die „praktische Umsetzung von Sport für Alle“ bzw. liege im instrumentellen Wert des Sports, wie der Förderung der Gesundheit oder der sozialen Integration durch Sport. „Ich schätze es sehr, wenn die instrumentellen Werte und Wege, den Sport zu nutzen, in den Mittelpunkt gestellt werden, denn das ist es, was den Sport ausmacht“, sagte Kirkeby und fügte hinzu, dass die Rolle von Sportvereinen weit über das Angebot von Sportaktivitäten hinausgehe.
Vereine organisierten Treffen, mobilisierten Freiwillige, trügen zur Entwicklung von örtlichen Einrichtungen bei und schafften Arbeitsplätze. Dadurch förderten sie eine aktive Gesellschaft und vereinfachten die direkte Mitwirkung von örtlichen Gemeinschaften und Organisationen der Zivilgesellschaft, erklärte er.
Für die Zukunft hofft Kirkeby, dass sowohl die Akteure aus dem „Sport für Alle“-Bereich als auch die Sportorganisationen und andere Organisationen der Zivilgesellschaft stärker zusammenarbeiten. Er denkt, dass die Zusammenarbeit insbesonders mit anderen Organisationen der Zivilgesellschaft nützlich sein könnte, um die instrumentellen Vorteile des Sports in die Praxis umzusetzen und das bestehende Humankapital zu stärken.
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