Integration: Österreich nimmt sich Dänemark zum Vorbild
Die österreichische Integrationsministerin Susanne Raab ist am Dienstag zu einem zweitägigen Besuch in Dänemark aufgebrochen, um sich dort über die Migrations- und Integrationspolitik zu informieren. In der strengen Politik Dänemarks sieht die österreichische Regierung ein Vorbild.
Die österreichische Integrationsministerin Susanne Raab ist am Dienstag zu einem zweitägigen Besuch in Dänemark aufgebrochen, um sich dort über die Migrations- und Integrationspolitik zu informieren. In der strengen Politik Dänemarks sieht die österreichische Regierung ein Vorbild.
Bei ihrem zweitägigen Besuch in Dänemark wird die österreichische Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) mit dem dänischen Integrations- und Migrationsminister Kaare Dybvad Bek und Experten zusammentreffen, um sich insbesondere über Sozialleistungen und Migration auszutauschen.
Ziel des Besuchs sei es, neue Perspektiven für die mögliche Ausgestaltung eines neuartigen Sozialleistungsmodells zu gewinnen, so das Bundeskanzleramt.
Dänemark wurde zur Inspirationsquelle für die ÖVP von Bundeskanzler Karl Nehammer, der Sozialleistungen nur noch an Zuwanderer auszahlen lassen will, die sich seit fünf Jahren in Österreich aufhalten.
„So ein Ansatz wäre auch für Österreich begrüßenswert, weil Neuankömmlinge ermutigt werden, sich schneller am Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagte Raab vor ihrem Besuch, berichtete die Nachrichtenagentur APA. „Eigene Leistung und Integration sind Voraussetzung für den Bezug von Sozialleistungen“, fügte sie hinzu.
Raab wird auch den Mjølnerparken besuchen, einen Kopenhagener Stadtteil, der für eine gescheiterte Integrationspolitik bekannt ist, da sie von Kopenhagens Strategien im Kampf gegen Parallelgesellschaften lernen will.
Darüber hinaus wird sie am Mittwoch mit dem dänischen Kulturminister über die Medienpolitik im digitalen Zeitalter und mit der dänischen Ministerin für Gleichstellung und Frauenangelegenheiten über Gleichstellungsfragen sprechen.
Bemühungen um engere Zusammenarbeit werden fortgesetzt
Die Zusammenarbeit zwischen Österreich und Dänemark wird auch nach Raabs Rückkehr mühelos fortgesetzt. Österreich empfängt am Donnerstag und Freitag Integrationsminister Bek, der mit Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) über die Reform der europäischen Asyl- und Migrationspolitik diskutieren wird.
Während des Besuchs von Bek will Karner die österreichischen Grenzschutzmaßnahmen an der ungarischen Grenze im Burgenland vorstellen. Österreich hatte kürzlich die Grenzkontrollen zu Ungarn verschärft, nachdem die ungarische Regierung wegen Menschenschmuggels verurteilte Ausländer freigelassen hatte.
Die rechtsextreme FPÖ kritisierte am Dienstag Raabs Besuch in Dänemark.
„Offenbar können sich die ÖVP-Regierungsmitglieder noch Dutzende Male gute Ratschläge im Ausland holen, im Endeffekt werden sie dennoch nichts davon umsetzen“, sagte FPÖ-Sicherheitssprecher Hannes Amesbauer in einer Stellungnahme, berichtete die APA.