Inmitten der Impeachment-Debatte: Trump-Verbündeter trifft Selenskyjs Berater in Kiew

Der ehemalige Wahlkampfberater und enge Verbündete von US-Präsident Donald Trump, Bryan Lanza, hat sich am vergangenen Mittwoch offenbar mit dem Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen.

EURACTIV.com
Brian Lanza
Bryan Lanza war stellvertretender Kommunikationsleiter für Donald Trumps Wahlkampf. [Kyiv Post / CNN]

Der ehemalige Wahlkampfberater und enge Verbündete von US-Präsident Donald Trump Bryan Lanza hat sich am vergangenen Mittwoch (30. November) in einem Kiewer Restaurant mit dem Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Andrej Jermak, getroffen, wie ukrainische Medien berichten.

Diese Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, da die Lage für US-Präsident Donald Trump angesichts des Amtsenthebungsverfahrens daheim brenzliger wird. Auslöser für das Verfahren war der Versuch des US-Präsidenten, die osteuropäischen Verbündeten in Kiew dazu zu bringen, gegen Trumps politischen Rivalen Joe Biden bzw. dessen Sohn zu ermitteln.

Lanza war stellvertretender Kommunikationsleiter für Trumps Wahlkampf und später Kommunikationschef im Übergangsteam der neuen Regierung.

Er arbeitet aktuell für Mercury Public Affairs LLC, ein Lobbyunternehmen mit Verbindungen zur gestürzten, prorussischen Ex-Regierung der Ukraine unter Präsident Viktor Janukowitsch sowie zu Trumps ehemaligem Wahlkampfleiter Paul Manafort, der nach seiner Verurteilung im vergangenen Jahr im Rahmen der Mueller-Untersuchungen eine siebeneinhalbjährige Haftstrafe absitzt.

Lanza ist auch berühmt-berüchtigt für seine zentrale Rolle bei der Aufhebung der Sanktionen gegen den russischen Oligarchen Oleg Deripaska und dessen Aluminium-Unternehmen Rusal.

Der Putin-Anhänger Deripaska war im April 2018 vom Finanzministerium der Vereinigten Staaten sanktioniert worden, weil er auf Anweisung „eines hohen Beamten der Regierung der Russischen Föderation gehandelt oder angeblich gehandelt“ habe. Deripaska wurde letztendlich Geldwäsche sowie Erpressung vorgeworfen.

Lanza sprach derweil im Namen der Muttergesellschaft von Rusal, der EN+ Group, bei der amerikanischen Regierung vor und konnte so dazu beitragen, einen Deal zu erzielen, mit dem die Beteiligung Deripaskas an dem Unternehmen knapp unter die für die Aufhebung von Sanktionen erforderliche Grenze gesenkt wurde. Obwohl Deripaska offiziell auf der US-Sanktionsliste verblieb, konnte er somit Millionen von Aktien der EN+ Group auf seine Kinder übertragen. EN+ selbst wurde im Januar 2019 von der Sanktionsliste gestrichen.

Der Name des Selenskjy-Beraters Andrej Jermak tauchte derweil auf US-Ebene kürzlich in den Impeachment-Anhörungen des US-Repräsentantenhauses auf.

https://twitter.com/MaximEristavi/status/1195071682412785665

Ukrainische Beamte, darunter auch Andrej Jermak selbst, haben bisher versucht, die Regierung der Ukraine öffentlich vom Amtsenthebungsskandal um Donald Trump zu distanzieren und das Impeachment als eine rein amerikanische, innenpolitische Angelegenheit darzustellen.

Im Interview mit EURACTIV betonte der stellvertretende Premierminister der Ukraine, Dmytro Kuleba, dementsprechend: „Unsere Partner und Freunde, die Vereinigten Staaten von Amerika, haben ein innenpolitisches Problem. Leider wurden wir Teil davon. Aber wir spielen in dieser Situation keine Rolle […].“

[Bearbeitet von Samuel Stolton und Tim Steins]