Inflation: Spanien senkt Hypothekenzinsen für bedürftige Bürger

Die Zentralregierung und Vertreter:innen des Bankensektors kündigten am Dienstag (22. November) eine Vereinbarung an, die einer Million schutzbedürftiger Bürger:innen dabei helfen soll, die negativen Auswirkungen der Inflation auf ihre monatlichen Hypothekenzinsen abzumildern.

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Schutzbedürftige Kunden werden nun in der Lage sein, ihr Hypothekendarlehen während einer fünfjährigen Schonfrist zu einem niedrigeren Zinssatz umzuschulden (Euribor-Satz -0,1 Prozent gegenüber dem aktuellen Euribor +0,25 Prozent), berichtete EURACTIVs Partner EFE. [Shutterstock/Yana Demenko]

Die Zentralregierung und Vertreter:innen des Bankensektors kündigten am Dienstag (22. November) eine Vereinbarung an, die einer Million schutzbedürftiger Bürger:innen dabei helfen soll, die negativen Auswirkungen der Inflation auf ihre monatlichen Hypothekenzinsen abzumildern.

Schutzbedürftige Kunden werden nun in der Lage sein, ihr Hypothekendarlehen während einer fünfjährigen Schonfrist zu einem niedrigeren Zinssatz umzuschulden (Euribor-Satz -0,1 Prozent gegenüber dem aktuellen Euribor +0,25 Prozent), berichtete EURACTIVs Partner EFE.

Die Hauptbegünstigten der neuen Maßnahme sind Haushalte mit einem Einkommen von weniger als 25.200 Euro pro Jahr, was dem Dreifachen des IPREM-Index entspricht, der als Referenz für die Gewährung von Beihilfen und öffentlichen Subventionen verwendet wird. Zudem gilt der vergünstigte Zinssatz auch für Haushalte, die mehr als 50 Prozent ihres Monatseinkommens für Hypothekenzahlungen aufwenden.

Die Vereinbarung wurde jedoch in ihrem ursprünglichen Umfang erweitert und ermöglicht es nun auch weiteren Haushalten, von diesen Maßnahmen zu profitieren, und zwar mit einer zweijährigen tilgungsfreien Zeit, einem niedrigeren Zinssatz während der Schonfrist und einer Verlängerung der Laufzeit auf bis zu sieben Jahre, berichtet die Finanztageszeitung Cinco Días.

AEB, CECA und Unacc, die wichtigsten spanischen Bankenverbände, und die linke Exekutive des Landes haben sich darauf geeinigt, den Verhaltenskodex des Sektors (aus dem Jahr 2012) zu aktualisieren, um ihn an die neuen wirtschaftlichen Gegebenheiten anzupassen, die sich aus dem Krieg in der Ukraine ergeben, mit steigenden Energiepreisen und einer rekordhohen Inflation.

Darüber hinaus hat die spanische Regierung dafür gesorgt, dass die Rechte der Kunden, die von diesen Maßnahmen profitieren, gewahrt bleiben, so dass diese Bedingungen auch bei einer Übertragung des Kredits auf eine andere Einrichtung (Banken) erhalten bleiben.

Die Maßnahme, die für zwei Jahre gilt, soll den Familien helfen, sich schrittweise an das neue Zinsumfeld anzupassen.

Anspruchsberechtigt sind Haushalte mit einem Einkommen von weniger als dem Dreieinhalbfachen der IPREM (29 400 Euro pro Jahr), deren Hypotheken vor dem 31. Dezember abgeschlossen wurden.

Sie müssen außerdem die Bedingung erfüllen, dass die Hypothekenlast mehr als 30 Prozent des Gesamteinkommens des Haushalts ausmacht und dass die Rate aufgrund des jüngsten Zinsanstiegs um mindestens 20 Prozent gestiegen ist.

Die Regierung schätzt, dass bis zu 700.000 Haushalte von diesem neuen Protokoll profitieren könnten – mehr als doppelt so viele wie unter dem bereits bestehenden Verhaltenskodex.