Industrie soll über 5 Milliarden Euro durch ETS einnehmen [DE]
Die Industrien die am EU-Emissionshandelssystem teilnehmen werden im Zeitraum von 2008 bis 2012 wahrscheinlich einen Überschuss an Lizenzen im Wert von nahezu 400 Millionen Tonnen CO2 erzielen, was das Ziel der System untergrabe, sagte eine Klimaschutzorganisation diese Woche.
Die Industrien die am EU-Emissionshandelssystem teilnehmen werden im Zeitraum von 2008 bis 2012 wahrscheinlich einen Überschuss an Lizenzen im Wert von nahezu 400 Millionen Tonnen CO2 erzielen, was das Ziel der System untergrabe, sagte eine Klimaschutzorganisation diese Woche.
Ein neuer Bericht von Sandbag, der am 20. Juli veröffentlicht wurde argumentierte, dass das EU-ETS (siehe EURACTIV LinksDossier) es nicht schaffe, dem Verursacherprinzip zu folgen und die Verursacher tatsächlich subventioniert, indem es ihnen stattdessen eine große Zahl an Emissionslizenzen gibt.
Der Bericht schätzte, dass die Industrien die in dem Schema eingeschlossen sind – außer denen im Energiesektor – wahrscheinlich bis zu 5,4 Milliarden Euro verdienen, indem sie überschüssige Lizenzen verkaufen, die sie in der zweiten Handelsperiode von 2008 bis 2012 gesammelt haben. Die Reserve für Neueinsteiger, die für Unternehmen bereitgehalten wird, die dem System neu beitreten, könnten weitere 300 Millionen überschüssige Lizenzen bis 2012 beinhalten, so der Bericht.
Die unverhofften Profite sind das Ergebnis der Verkäufe von überschüssigen Lizenzen von Unternehmen an Energiefirmen, die weitgehend für ihre kompletten Emissionen bezahlen müssen.
Außerdem beinhaltet das System ein „großzügiges Sicherheitsventil“, das potentieller Übernachfrage entgegen wirken soll, indem es Unternehmen erlaubt, Ausgleichslizenzen aus dem Ausland zu kaufen, so der Bericht. In der zweiten Handelsperiode könnten bis zu 900 UN-verwaltete Emissionsreduktionszertifikate in den Markt dringen, was der „heißen Luft“ im System noch eins aufsetzen soll.
Sandbag betonte, dass aufgrund der Tatsache, dass die Lizenzen bis 2020 lagerbar sind, nahezu 40 Prozent der Bemühungen um bis 2020 Begrenzungen einzuführen, von extra Lizenzen aus der zweiten Phase, die 2020 endet, abgedeckt werden könnten.
Um den künstlichen Markt dazu zu bringen, die Emissionen zu reduzieren – dessen ursprünglicher Zweck – sollte die EU Schritte unternehmen, um die Ziele bis 2020 zu straffen und um die „New Entrants Reserve“ zu streichen, betonte die NGO. Außerdem könnten die Mitgliedstaaten Unternehmen die ihre überschüssigen Lizenzen zurückgeben, statt sie auf den Markt zu werfen, Steuernachlässe anbieten.
Zehn Werke dominieren „Schwarze Liste“
Sandbag veröffentlichte gestern (22. Juli 2009) ein Karte, die darauf hinweist, welche Industrieanlagen in der EU einen Mangel aufweisen und welche Überschüsse an Lizenzen haben. Die Daten zeigen, dass zehn Werke 60 Prozent des gesamten EU-Überschusses ausmachen, von denen drei zum Stahlkonzern ArcelorMittal gehören.
Bei der Präsentation der Ergebnisse in Brüssel, argumentierte die Sandbag Direktorin Bryoni Worthington, dass Unternehmen in Ländern mit stark umweltverschmutzenden Industrien, so wie Deutschland, Spanien und Schweden große Bemühungen gezeigt hätten, sich bei den Regierungen für kostenlose Lizenzen einzusetzen, während die anderen Mitgliedsstaaten ihre kostenlosen Lizenzen unter den Akteuren eher gerecht verteilt hätten.
Worthington sagte, dass die Europäische Kommission es höchstwahrscheinlich versäumt habe, die paradoxe Verteilung der kostenlosen Lizenzen zu bemerken, als sie den nationalen Verteilungsplänen aufgrund des Mangels an Ressourcen zustimmte. Sie glaube, dass die Kommission von Angeboten kluger Mitgliedstaaten eingeholt wurde, erklärte sie Journalisten in Brüssel.