Indischer Premier besucht Dänemark inmitten von Russland-Spannungen
Der indische Premierminister Narendra Modi ist am Dienstag zu einem zweitägigen Staatsbesuch nach Dänemark gereist, bei dem Premierministerin Mette Frederiksen die Schlüsselrolle Indiens im Ukraine-Krieg hervorheben will.
Der indische Premierminister Narendra Modi ist am Dienstag zu einem zweitägigen Staatsbesuch nach Dänemark gereist, bei dem Premierministerin Mette Frederiksen die Schlüsselrolle Indiens im Ukraine-Krieg hervorheben will.
Modi reiste nach Kopenhagen im Rahmen einer dreitägigen Europareise nach Deutschland, Dänemark und Frankreich.
Die Treffen am Dienstag (3. Mai) waren den Beziehungen zwischen Dänemark und Indien gewidmet. Modi führte Gespräche mit Premierministerin Mette Frederiksen, Vertreter:innen der dänischen Wirtschaft und Margrethe II, Königin von Dänemark.
Am Mittwoch (4. Mai) wird Modi die Regierungschef:innen von Dänemark, Norwegen, Schweden, Island und Finnland treffen.
Die Reise des Premierministers nach Dänemark, bei der er auch mit verschiedenen Wirtschaftsvertreter:innen zusammentrifft, folgt auf die Vereinbarung über eine „grüne strategische Partnerschaft“ zwischen den beiden Ländern im Jahr 2020.
Die Partnerschaft soll die Kluft zwischen den fortschrittlichsten Technologien Dänemarks für Umwelt, Energie und Klima und dem Markt, den die 1,3 Milliarden Einwohner Indiens bieten können, überbrücken. „Dänemark hat die Fähigkeiten und Indien hat die Größe“, sagte Modi mehrmals.
„Dänemark kann dazu beitragen, Indiens grünen Wandel zu beschleunigen. Die Zusammenarbeit birgt auch großes Potenzial für dänische Unternehmen und könnte zu Wachstum und grünen Arbeitsplätzen sowohl in Dänemark als auch in Indien beitragen“, sagte Fredriksen gegenüber TV2.
Die Beziehungen zwischen Indien und Dänemark waren viele Jahre lang äußerst angespannt, nachdem ein dänischer Staatsbürger, Niels Holck, 1995 geholfen hatte, Waffen an eine Rebellengruppe in Indien zu transportieren. Die indischen Behörden verlangten seine Auslieferung, doch die dänischen Gerichte lehnten dies wegen der Gefahr von Folter ab.
Dies löste eine diplomatische Krise aus, die zu einer Periode ohne offizielle Kontakte zwischen Dänemark und Indien führte, aber die beiden Länder haben dies nun hinter sich gelassen und Frederiksen hatte Indien bereits 2021 einen offiziellen Besuch abgestattet.
Problematisch für Dänemark und die EU ist jedoch die Tatsache, dass Indien Russland noch immer nicht für seine Invasion in der Ukraine verurteilt hat. Russland ist nach wie vor Indiens wichtigster Waffenlieferant und strategischer Öllieferant.
Frederiksen sagte jedoch, sie werde die Situation in der Ukraine mit ihrem indischen Gast ansprechen.
„Ich werde mit Modi natürlich auch über den Krieg in der Ukraine sprechen und deutlich machen, wo Dänemark und die EU stehen. Als wichtiges Mitglied der internationalen Gemeinschaft kann Indien eine wichtige Rolle spielen, indem es seinen Einfluss zum Ausdruck bringt“, sagte sie.