IEA: Treibhausgas-Ausstoß steigt dramatisch
Es ist ein "schwerer Rückschlag" im Kampf gegen den Klimawandel, von dem die Internationale Energieagentur (IEA) berichtet. Das Ziel, den globalen Temperaturanstieg auf 2 Grad Celsius zu begrenzen, scheint kaum noch erreichbar. Auch Deutschland steigert seine Emissionen kräftig.
Es ist ein „schwerer Rückschlag“ im Kampf gegen den Klimawandel, von dem die Internationale Energieagentur (IEA) berichtet. Das Ziel, den globalen Temperaturanstieg auf 2 Grad Celsius zu begrenzen, scheint kaum noch erreichbar. Auch Deutschland steigert seine Emissionen kräftig.
Der Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen hat 2011 ein Rekordhoch erreicht. Das teilte die Internationale Energieagentur (IEA) am Montag mit. Nach einem Rückgang im Zuge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 sind die Emissionen 2010 laut IEA auf 30,6 Gigatonnen (Gt) gewachsen. Das sind rund 5 Prozent mehr als im Vorkrisenjahr 2008.
Dieser deutliche Anstieg der CO2-Emissionen sei ein schwerer Rückschlag für die Hoffnungen der IEA, den globalen Temperaturanstieg in Folge des Klimawandels auf höchstens 2 Grad Celsius zu begrenzen, erklärte Fatih Birol, Chefökonom der IEA. Der Weltklimagipfel von Cancun hatte sich 2010 auf diesen Zielwert verständigt (EURACTIV.de vom 13. Dezember 2011). Hierfür dürfte die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre langfristig nur 5 Prozent über dem Wert aus dem Jahr 2000 liegen.
"Unsere jüngsten Schätzungen sind ein weiterer Weckruf", so Birol. "Die Welt ist unglaublich nahe an dem Niveau von Emissionen, das bis 2020 nicht überschritten werden sollte, wenn man das 2-Grad-Ziel noch erreichen will." Angesichts des schrumpfenden Handlungsspielraums bis 2020 werde es extrem schwierig das Cancun-Ziel zu erreichen, es sei denn, es würden sehr schnelle und weitreichende Entscheidungen getroffen.
China, Indien und Deutschland steigern Emissionen
40 Prozent der Emissionen kamen laut IEA 2009 aus den OECD-Ländern. Allerdings steuern sie nur 25 Prozent zur Emissionssteigerung bei. Für den Großteil des Anstiegs sind Nicht-OECD-Länder wie China und Indien verantwortlich.
Trotzdem bleiben die westlichen Industrienationen laut IEA größte CO2-Sünder. Während Bürger in den OECD-Ländern 10 Tonnen pro Jahr emittieren, sind es in China 5,8 Tonnen und in Indien 1,5 Tonnen.
Mit der wirtschaftlichen Erholung steigen auch in Deutschland die klimaschädlichen CO2-Emissionen. Der Jahresbericht der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) zeigt, welches Unternehmen Deutschlands größter "Kohlendioxid-Sünder" ist (EURACTIV.de vom 17. Mai 2011).
awr
Links
Dokumente
IEA: Prospect of limiting the global increase in temperature to 2ºC is getting bleaker (30. Mai 2011)
UNFCCC: Übersicht zu den Ergebnissen von Cancun (10. Dezember 2010)
DEHSt: Kohlendioxidemissionen der emissionshandelspflichtigen Anlagen 2010. DEHSt veröffentlicht aktuellen VET-Bericht. (16. Mai 2011)
EU-Kommission: Klimawandel: Kommission legt Fahrplan für die Schaffung eines wettbewerbsfähigen CO2-armen Europa bis 2050 vor (8. März 2011)
EU-Kommission: Roadmap for moving to a low-carbon economy in 2050 (8. März 2011)
EU-Kommission: Climate change: Questions and Answers on a Roadmap for moving to a low carbon economy in 2050 (8. März 2011)
Mehr zum Thema auf EURACTIV.de
Klimaschutz: Reaktionen auf Cancún (13. Dezember 2011)
Deutschlands Wirtschaftsboom steigert CO2-Emissionen (17. Mai 2011)
Fahrplan für CO2-armes Europa bis 2050 (9. März 2011)