Holz, Lebensmittel oder Biokraftstoffe? [DE]

Die Debatte über Biokraftstoffe spitzt sich weiter zu. Die Kommission und die Grünen warnen vor möglichen negativen Auswirkungen der verstärkten Nutzung von Biokraftstoffen, wie die Abholzung des brasilianischen Regenwaldes oder dem wachsenden Wettbewerb mit der Holz- und Lebensmittelindustrie. 

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Die Debatte über Biokraftstoffe spitzt sich weiter zu. Die Kommission und die Grünen warnen vor möglichen negativen Auswirkungen der verstärkten Nutzung von Biokraftstoffen, wie die Abholzung des brasilianischen Regenwaldes oder dem wachsenden Wettbewerb mit der Holz- und Lebensmittelindustrie. 

In ihrem am 10. Januar 2007 vorgelegtem Energie- und Klimapaket hat die Kommission vorgeschlagen, dass bis 2020 10% des für den europäischen Verkehr genutzten Treibstoffes durch Biokraftstoffe abgedeckt werden sollen. In der im Jahr 2003 angenommenen Biokraftstoffrichtlinie hatte die EU das niedrigere Ziel von 5,75% bis 2010 festgelegt. 

Biodiesel und Ethanol, die beiden gängigsten derzeit genutzten Biokraftstoffe, werden größtenteils aus landwirtschaftlichen Nutzpflanzen hergestellt: Zuckerrohr, Sojabohnen, Rübsamen und Getreide. 

Dennoch sind viele dieser Pflanzen wasserintensiv und rufen im Bezug auf die Landnutzung und die Bodenverschlechterung zahlreiche Umweltprobleme hervor.  

Aus diesem Grund bevorzugt die Kommission die so genannten „Biokraftstoffe der zweiten Generation“, die effizienter sind und aus umweltpolitischer Sicht bedenkenloser genutzt werden können. Biokraftstoffe der zweiten Generation werden zumeist aus landwirtschaftlichen Rückständen und aus Holzquellen, wie Stroh, Nutzholz, Hackschnitzel und Dünger gewonnen (siehe die öffentliche Anhörung der Kommission zu Biokraftstoffen). Sie können durch die Nutzung so genannter „grüner Chemieprozesse“ in hochwertige Produkte wie Bioplastik und andere „grüne“ Materialien umgewandelt werden (siehe EURACTIV LiniksDossier zu nachhaltigen Chemikalien).

Diese energieeffizienteren Biokraftstoffe befinden sich jedoch noch im Entwicklungsstadium. Zudem werden Bio-Raffinerien benötigt, um diese neuen Rohmaterialien zu verarbeiten.

Dänemark steht an der Spitze dieser Entwicklung. Der Mitgliedstaat kündigte  im Juni 2006 den Beginn des Baus der europaweit größten Bioraffinerie zur Herstellung von Zelluloseethanol an (die Investitionen belaufen sich auf 13,4 Mio. Euro plus 26, 8 Mio. Euro von der Regierung).