Helsinkier Börse leidet am meisten unter Russland-Ukraine-Krieg
Die Aktien in Helsinki fallen deutlich heftiger als in übrigen Ländern Europas, da Zinsen steigen und die Position Finnlands als Investitionsziel infrage gestellt wird. Grund dafür ist die Nähe des Landes zu Russland, was als psychologische Barriere angesehen wird.
Die Aktien in Helsinki fallen deutlich heftiger als in übrigen Ländern Europas, da Zinsen steigen und die Position Finnlands als Investitionsziel infrage gestellt wird. In den Augen von Investoren und Analysten sorgt die Nähe des Landes zu Russland für eine psychologische Barriere.
Beobachtungen aus den Jahresberichten europäischer Unternehmen ergaben, dass die Sanktionen abgesehen von Russland, Unternehmen in Österreich, Zypern, Finnland, Estland und Deutschland am härtesten treffen. Die Auswirkungen auf finnische Unternehmen waren aufgrund engerer Handelsbeziehungen zu Russland am schwerwiegendsten.
Die Ergebnisse scheinen auch in der neuen Sanktionsära nach dem russischen Überfall auf die Ukraine Bestand zu haben. Nach Angaben der Danske Bank wird der Krieg das europäische Wachstum um etwa 0,5 Prozent verringern, aber der negative Effekt würde in Finnland etwa 1 Prozent betragen.
Im Kriegsfall, so wurde vorhergesagt, würde etwa ein Viertel der 2.000 finnischen Unternehmen, die nach Russland exportieren, von den Sanktionen betroffen sein. Viele finnische Unternehmen haben ihre Geschäftsaktivitäten in Russland inzwischen eingestellt.
Der Nordea Bank-Analyst, Juho Kostiainen, erinnerte jedoch Anfang Februar daran, dass der Anteil Russlands an den finnischen Exporten seit 2013 auf 5 Prozent gesunken ist.
Daher dürften die Auswirkungen der neuen Sanktionen auf die finnische Wirtschaft und Unternehmen geringer sein als die der Sanktionen, die nach der Krim-Annexion verhängt wurden.
Der STOXX Europe 600 Index ist seit Anfang des Jahres um 16 Prozent gefallen. Im gleichen Zeitraum sind die Aktienkurse an der Börse von Helsinki um 25 Prozent gefallen.
Das einzige, worüber sich die Analysten im Moment einig zu sein scheinen, ist, dass die Zukunft der Märkte unklar ist.