Handhabung der Pandemie: EU schneidet gut ab

Eine Mehrheit der Europäerinnen und Europäer hat eine positive Meinung über den Umgang der EU mit der COVID-19-Pandemie, wie eine Studie des Pew Research Centers zeigt.

EURACTIV.com
No to Boris, Yes to EU March in London
Die EU, ihre Führungspersönlichkeiten und die Reaktion auf das Coronavirus werden laut Pew-Umfrage recht positiv wahrgenommen. [EPA-EFE/HOLLIE ADAMS]

Eine Mehrheit der Europäerinnen und Europäer hat eine positive Meinung über den Umgang der EU mit der COVID-19-Pandemie, wie eine Studie des Pew Research Centers zeigt. Die Umfrage wurde vor Beginn der zweiten Coronavirus-Welle durchgeführt.

Der in den USA ansässige Think-Tank befragte zwischen Juni und August 14.276 Erwachsene aus den USA, Kanada, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien, Schweden, dem Vereinigten Königreich, Australien, Japan und Südkorea.

Die positiven Bewertungen der EU im Allgemeinen waren in nahezu allen EU-Ländern stabil oder im Vergleich zum Vorjahr sogar höher: Sie reichten von 73 Prozent in Deutschland – dem höchsten verzeichneten Wert, seit Pew 2004 zum ersten Mal eine Umfrage zu diesem Thema durchführte – gefolgt von Dänemark (70 Prozent) und Spanien (68 Prozent) bis zur aktuell niedrigsten Bewertung in Italien (58 Prozent).

Fast ein Jahr nach dem Austritt aus dem Block hatten 60 Prozent der britischen Befragten eine positive Meinung von der EU, ebenfalls ein Allzeithoch im Land.

Im Bericht wird auch ein Zusammenhang zwischen dem Alter und den allgemeinen Standpunkten zur EU festgestellt: Personen zwischen 18 und 29 Jahren stehen der EU in den meisten Teilen des Kontinents eher positiv gegenüber, bei älteren Menschen ab 50 Jahren ist die Zustimmung weniger ausgeprägt.

Darüber hinaus sahen Menschen mit einem Universitätsabschluss und Menschen, die sich selbst als eher links oder liberal einstuften, die EU mit größerer Wahrscheinlichkeit positiv.

Coronavirus-Reaktion

Obwohl in der EU einige der strengsten Maßnahmen gegen die Ausbreitung der COVID-19-Pandemie verhängt wurden – darunter vollständige nationale Lockdowns und strenge Reisebeschränkungen – ergab die Umfrage, dass die Bürgerinnen und Bürger in den meisten EU-Mitgliedstaaten „nicht nur die Reaktion ihrer nationalen Regierungen auf COVID-19 befürworteten, sondern auch die Art und Weise, wie die EU mit dem Ausbruch umgegangen ist“.

In den untersuchten acht EU-Mitgliedsstaaten schätzten 61 Prozent der Befragten die Bemühungen des Blocks positiv ein, wobei die Zustimmung in Deutschland und den Niederlanden (jeweils 68 Prozent) am höchsten und in Belgien (51 Prozent) und Italien (54 Prozent) am niedrigsten war.

Gleichzeitig waren die meisten Befragten jedoch der Meinung, dass der Umgang ihres eigenen Landes mit der Pandemie besser gewesen sei als die Leistung der EU: Eine große Mehrheit der dänischen (95 Prozent), deutschen (88 Prozent) und niederländischen (87 Prozent) Bürgerinnen und Bürger bezeichnete die Reaktion ihres Landes als zufriedenstellend.

Nur die Spanierinnen und Spanier waren der Meinung, die EU habe bessere Arbeit geleistet als ihre nationale Regierung in Madrid.

Auch im Vereinigten Königreich sahen mehr Menschen (64 Prozent) den Umgang der EU mit der Gesundheitskrise positiv als die Reaktion ihres eigenen Landes (46 Prozent).

Außerhalb Europas hatten in vier der fünf befragten nichteuropäischen Staaten (Kanada, USA, Australien, Japan und Südkorea) mehr Menschen eine positive Meinung von der EU. Japan bildet dabei die einzige Ausnahme, wo weniger als die Hälfte (47 Prozent) der Befragten eine positive Einschätzung der EU vertraten.

[Bearbeitet von Benjamin Fox und Tim Steins]