Hälfte der Slowaken können Energierechnungen wohl nicht bezahlen

Die Bezahlung von Strom- und Heizungsrechnungen dürfte für mehr als die Hälfte der slowakischen Bevölkerung zu einem ernsthaften Problem werden, von denen viele bereits Anzeichen von Schwierigkeiten gezeigt haben.

EURACTIV.sk
mrmohock
Die Zahl der Haushalte, die in diesem Jahr nicht in der Lage sind, ihre Wohnungen angemessen zu beheizen, dürfte im Vergleich zum letzten Jahr, in dem 31 Millionen Europäer dazu nicht in der Lage waren, ansteigen, so die Zahlen von Eurostat. [[Shutterstock/mrmohock]]

Die Bezahlung von Strom- und Heizungsrechnungen dürfte für mehr als die Hälfte der slowakischen Bevölkerung zu einem ernsthaften Problem werden.

Die Zahl der Haushalte, die in diesem Jahr nicht in der Lage sind, ihre Wohnungen angemessen zu beheizen, dürfte im Vergleich zum letzten Jahr, in dem 31 Millionen Europäer dazu nicht in der Lage waren, ansteigen, so die Zahlen von Eurostat. Allerdings wird es die Slowakei voraussichtlich noch härter treffen.

„Mehr als die Hälfte der Slowaken hat oder wird ernsthafte Probleme haben, ihre Rechnungen für Strom und Wärme zu bezahlen. Dies ist eine äußerst ernste Situation, die der Staat lösen muss, um negative soziale und ökologische Folgen zu verhindern“, sagte Kateřina Chajdiaková von der Slowakischen Klimaschutzinitiative.

Eine Umfrage, die die Agentur im Auftrag der slowakischen Klimainitiative im Mai durchgeführt hat, ergab, dass etwa 19 Prozent der Slowaken Schwierigkeiten haben, ihre Energie zu bezahlen.

Für 45 Prozent besteht die Gefahr, dass sie in Schwierigkeiten geraten, wenn die Rechnungen steigen.

Eine vom Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB) durchgeführte Analyse weist ebenfalls darauf hin, dass die Slowaken wahrscheinlich Probleme haben werden, ihre Rechnungen zu bezahlen, da Durchschnittsverdiener 30 Tage arbeiten müssen, um ihre jährliche Energie zu bezahlen, während Mindestverdiener 45 Tage benötigen.

Eine derartige Diskrepanz zwischen den Einkommensklassen macht die Slowakei zu einem der ungleichsten Länder der EU, nach Griechenland, Italien, und Tschechien.

Experten zufolge besteht die Möglichkeit, das Problem in den Griff zu bekommen, indem die Regierung eine Definition von Energiearmut erarbeitet.

Damit könnte gezielt geholfen werden.

Obwohl Experten in der Slowakei schon seit einiger Zeit vor Energiearmut warnen, hat die Regierung noch keine Fortschritte bei der Definition gemacht, obwohl sie dies in ihrem Programm versprochen hat.

Die Regierung hat nicht nur noch keine Definition vorgelegt, sondern auch bestätigt, dass sie die Gelder aus dem Konjunkturfonds zur Unterstützung von Wohnungsrenovierungen verwenden will. Experten warnen jedoch, dass eine solche Maßnahme an vielen Gruppen vorbeigehen könnte, die am meisten Hilfe benötigen.