Grüne Energie: Osteuropa braucht zusätzliche Energiequellen
Der Grüne Energiekorridor ist am Dienstag mit der Grundung eines Joint-Venture-Unternehmens in eine neue Phase eingetreten. Das Unternehmen soll die Umsetzung der Initiative für Gaslieferungen aus der kaspischen Region nach Osteuropa überwachen.
Der Grüne Energiekorridor ist am Dienstag mit der Grundung eines Joint-Venture-Unternehmens in eine neue Phase eingetreten. Das Unternehmen soll die Umsetzung der Initiative für Gaslieferungen aus der kaspischen Region nach Osteuropa überwachen.
CNTEE Transelectrica, Georgian State Electrosystem, AzerEnerji und MVM Electrical Works haben die Gründungsdokumente für die Green Energy Corridor Power Company mit Sitz in Rumänien unterzeichnet. Die Unterzeichnung fand während des 8. Ministertreffens des Green Energy Corridor Projekts statt, an dem auch Rumänien, Aserbaidschan, Georgien und Ungarn teilnahmen. Hauptaufgabe des Zusammenschlusses liegt in der Umsetzung des Green Energy Corridor Projekts.
Während des Treffens unterzeichneten die Energieminister der vier Länder auch ein Protokoll zur Änderung des ursprünglichen Abkommens, das vor zwei Jahren auf den Weg gebracht wurde. Das Protokoll stellt klar, dass die EU-Gesetzgebung und die Verpflichtungen Rumäniens und Ungarns als EU-Mitgliedstaaten Vorrang vor den Bestimmungen des Abkommens haben.
Bei dem Treffen waren auch bulgarische Beamte anwesend, um die Möglichkeit einer Beteiligung Bulgariens an der Machbarkeitsstudie und dem Infrastrukturprojekt zu erörtern.
Das Projekt sieht den Bau eines Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungskabels (HGÜ) durch das Schwarze Meer vor. Es soll Rumänien mit Georgien verbinden und nach Ungarn und Aserbaidschan verlängert werden.
Dieses Energieinfrastrukturprojekt zielt darauf ab, die Energiemärkte in der Schwarzmeerregion miteinander zu verbinden und die Versorgungsvielfalt zu erhöhen. DDer rumänische Energieminister Sebastian Burduja erklärte, dass die Energiepreise in Osteuropa derzeit höher seien, was zum Teil auf eine „unzureichende Diversifizierung“ zurückzuführen sei.
Der europäische Energiemarkt funktioniere nicht gut genug, da billigere Energiequellen nicht immer Osteuropa erreichten. „Deshalb brauchen wir zusätzliche Wege“ für Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und grüne Energie, sagte Burduja bei einer gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Treffen.
Darüber hinaus werde das Projekt die Dekarbonisierung des Energiesektors unterstützen, indem hauptsächlich Energie aus erneuerbaren Quellen transportiert werde, führte der Minister weiter aus.
Die ersten Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sollen auf dem 9. Ministertreffen im November in Baku, Aserbaidschan, vorgestellt werden.
Der aserbaidschanische Energieminister Parviz Shahbazov schlug vor, diesen Korridor mit einem weiteren Korridor zwischen Europa und Zentralasien zu verbinden und so einen einzigen Energiekorridor zwischen Asien und Europa zu schaffen.
Das Projekt könne es Georgien ermöglichen, „Teil des europäischen Energiemarktes zu werden.“ Dies sei ein wichtiger Schritt, da Georgien die EU-Mitgliedschaft anstrebe, sagte Levan Davitashvili, georgischer Minister für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung.
Der Grüne Energiekorridor wird von der Europäischen Kommission unterstützt. Ursula von der Leyen nahm persönlich an der Unterzeichnung des Abkommens im Cotroceni-Palast am 17. Dezember 2022 teil. Nach Angaben des rumänischen Energieministeriums nahm die Europäische Kommission auch an allen ministeriellen und technischen Sitzungen teil.
[Bearbeitet von Daniel Eck]