Grüne ebnen den Weg für europäisches CO2-Management
Die Grünen haben ein Wahlprogramm für das Europäische Parlament verabschiedet, das die Notwendigkeit der CO2-Abscheidung und -Speicherung unterstreicht - ein historischer Schritt für die Partei.
Die Grünen haben ein Wahlprogramm für das Europäische Parlament verabschiedet. Darin wird die Notwendigkeit der CO2-Abscheidung und -Speicherung unterstrichen – ein historischer Schritt für die Partei.
Die Grünen haben, wie die meisten ihrer europäischen Kollegen, die CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) lange Zeit abgelehnt. Sie sahen darin eine kostspielige Ablenkung von den Bemühungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen, die die globale Erwärmung verursachen.
Das Zögern der Partei, ihre Position zu ändern, hat lange Zeit die Annahme einer kohärenten Strategie zur CO2-Entnahme, -Abscheidung und -Speicherung behindert, so wie sie in mehreren Berichten des Weltklimarats (IPCC) gefordert wird.
Die Partei ändert diese Haltung nun und wirbt im Wahlkampf für die Europawahlen 2024 mit einer offenen Haltung gegenüber dieser Technologie.
In Sektoren, bei denen eine CO2-Einsparung schwierig ist, wie der Zementindustrie, „wollen wir technologische Chancen nutzen und das CO2 direkt bei der Produktion abscheiden, speichern und gegebenenfalls nutzen“, heißt es im neuen Europa-Wahlprogramm der Grünen.
„Wir wollen einen europaweit einheitlichen Regelungsrahmen dafür schaffen und eine integrierte europäische Infrastruktur – inklusive gemeinsamer europäischer CO2 -Speicher – entwickeln“, heißt es im Programm weiter.
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Für die Grünen ist dies ein grundlegender Wandel.
Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und IPCC-Autor, verglich ihre Weigerung, die CO2-Abscheidung in Betracht zu ziehen, mit der Weigerung der Union, Schulden zu machen.
Bundeswirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck, hat sich für die Idee eingesetzt, deutsches CO2 nach Norwegen zu verfrachten – und wurde dafür in der Regel von seiner Partei gerügt.
Auch in Brüssel, wo die Europäische Kommission an einem Plan für ein industrielles CO2-Management arbeitet, der in den kommenden Wochen veröffentlicht werden soll, dürfte diese Entwicklung begrüßt werden.
Frühere Versuche, eine solche europäische Strategie auf den Weg zu bringen, sind gescheitert, weil es auch in der Europäischen Kommission bisher hochrangigen Widerstand gegen CCS gab, heißt es.
Der Sinneswandel der Grünen könnte dies nun ändern. In ihrem Programm betont die Partei die Notwendigkeit, „negative Emissionsziele“ auf nationaler und EU-Ebene einzuführen, um die CO2-Menge in der Atmosphäre zu reduzieren und die UN-Klimaziele zu erreichen.
Szenarien im Leitbericht des Weltklimarats gehen davon aus, dass die Technologien zur CO2-Entnahme rechtzeitig eingesetzt werden, um die Erderwärmung unter 1,5 Grad zu halten.
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[Bearbeitet von Alice Taylor/Frédéric Simon/Kjeld Neubert]