Großbritannien hat Probleme, Klimaversprechen einzuhalten [DE]

Die CO2-Emissionen Großbritanniens sind 2004 im vierten Jahr in Folge angestiegen. Dies lässt Zweifel daran aufkommen, ob das Land, welches derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat, imstande ist, seine Klimaversprechen einzuhalten.

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Die CO2-Emissionen Großbritanniens sind 2004 im vierten Jahr in Folge angestiegen. Dies lässt Zweifel daran aufkommen, ob das Land, welches derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat, imstande ist, seine Klimaversprechen einzuhalten.

Aus jüngsten Statistiken, die am 28. Juli vom Department of Trade and Industry (DTI) veröffentlicht wurden, geht indes hervor, dass der CO2-Ausstoß 2004 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 % gestiegen ist. 

Der Anstieg ist vor allem auf eine stärkere Nutzung von Kohle und Erdöl für Verkehr und die Stromerzeugung zurückzuführen. Erdgas hingegen wurde aufgrund höherer Preise weniger zur Stromerzeugung eingesetzt. 

Insgesamt lagen die CO2-Emissionen Großbritanniens 4,2 % unter dem Niveau von 1990, dem Basisjahr des Kyoto-Protokolls. Im Jahr 2003 konnte noch eine Verringerung von 5,6 % verzeichnet werden, seither steigt der Treibhausgasausstoß jedoch wieder. 

Umweltschützer von Friends of the Earth glauben, dass der Ausstoß 2005 um weitere 1,8 % steigen wird. Sie versuchen daher Druck auf die britische Regierung auszuüben, die CO2-Emissionen bis 2010 um 20 % zu verringern und damit ihre eigenen Zielvorgaben zu erfüllen.

Blair hat versprochen, den EU-Ratsvorsitz, den er noch bis Dezember 2005 innehat, und die G8-Präsidentschaft zu nutzen, um internationale Klimaschutzbemühungen voranzutreiben.