Größte österreichische Bankengruppe rüstet sich für Krise nach Russland-Sanktionen
Die Sanktionen gegen den Kreml gefährden Österreichs Bankensektor, der eng mit Russland verbunden ist. Die Banken wappnen sich für eine Krise.
Die Sanktionen gegen den Kreml könnten Österreichs Bankensektor unter Druck setzen, der eng mit Russland verbunden ist. Die Banken wappnen sich für eine Krise.
Die Raiffeisen Bank International, eine große Bankengruppe mit mehr als drei Millionen Kund:innen und 130 Geschäftsstellen mit lukrativen Geschäften in Russland, könnte von möglichen zusätzlichen Sanktionen der USA und der EU bedroht sein, wenn Russland seinen Konflikt mit der Ukraine fortsetzt.
Während die wesentlich größeren Länder Frankreich und Italien rund 25 Milliarden Dollar an Schulden in Russland halten, haben österreichische Banken ausstehende Verpflichtungen in Höhe von 17,5 Milliarden Dollar, von denen ein Großteil von der Raiffeisen Bank International-Gruppe kontrolliert wird.
Inmitten besorgter Märkte ist der Aktienkurs des Konzerns stark gesunken, nachdem der russische Präsident Wladimir Putin die Unabhängigkeit der prorussischen Separatistenregierungen in der Ostukraine anerkannt hat. Da Putin nun Militäraktionen in der Ukraine genehmigt hat, wird sich die Lage voraussichtlich weiter verschlechtern.
In den letzten fünf Tagen ist der Aktienkurs der Bank um 18,37 Prozent gefallen. Aufgrund der Eigentümerstruktur der Bankengruppe, die überwiegend in den Händen der neun österreichischen Landesfilialen liegt, wird das die Stabilität der regional bedeutsamen Raiffeisen-Filialen gefährden.
Auch wenn sich die Sanktionen zunächst nicht direkt gegen die russische Tochtergesellschaft der Bankengruppe richten werden, könnten sie im Falle einer weiteren Eskalation zur Debatte stehen.
Die Probleme der Gruppe enden jedoch nicht in Russland, ihre Geschäfte in der Ukraine sind ebenfalls betroffen.
Österreichische Banken waren die ersten, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in den ehemals sowjetischen Ländern massiv investierten und dabei ihre regionale Nähe und die bestehenden Rohstoffhandelsbeziehungen nutzten.