Griechischer Agrarminister: GAP-Plan-Genehmigung in wenigen Tagen erwartet
Griechenland steht laut Landwirtschaftsminister George Georgantas kurz vor der Verabschiedung seines nationalen Strategieplans für die Umsetzung der EU-Agrarreform. Im Interview mit EURACTIV Griechenland erklärte er, dass eine Einigung innerhalb weniger Tage zu erwarten sei.
Griechenland steht laut Landwirtschaftsminister George Georgantas kurz vor der Verabschiedung seines nationalen Strategieplans für die Umsetzung der EU-Agrarreform. Im Interview mit EURACTIV Griechenland erklärte er, dass eine Einigung innerhalb weniger Tage zu erwarten sei.
Sieben Länder haben bereits das Gütesiegel der Europäischen Kommission für ihre Nationalen Strategiepläne erhalten – aber Griechenland sei ihnen dicht auf den Fersen, so Georgantas, der sagte, dass nach monatelangem Hin und Her nun „bedeutende Fortschritte“ zwischen den beiden Parteien erzielt worden seien.
In den Plänen legen die Mitgliedstaaten einen individuellen Aktionsplan dafür vor, wie sie die neun Ziele der reformierten Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP), die am 1. Januar 2023 in Kraft treten wird, erreichen wollen.
Griechenland hatte zu den ersten Ländern gehört, die ihren nationalen Strategieplan im Dezember 2021 eingereicht hatten, doch die Auswirkungen des russischen Einmarschs in die Ukraine auf die globalen Agrarmärkte haben dazu geführt, dass Griechenland, wie auch die anderen 26 EU-Länder, seinen Plan entsprechend anpassen musste.
Für Georgantas waren die jüngsten Gespräche mit Brüssel „besonders anspruchsvoll“, da es hier um die gründliche und eingehende Prüfung der einzelnen Maßnahmen des Strategieplans durch alle EU-Dienststellen gegangen sei.
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Es sei jedoch „ein konkreter Zeitplan für den Abschluss des Konsultationsprozesses aufgestellt“ worden, erklärte er.
Dazu gehöre die Einigung der beiden Parteien „noch im September“, wobei der Minister präzisierte, dass es auch eine Einigung „über alle kritischen Fragen, die auch für politische Entscheidungen relevant sind – zum Beispiel die gekoppelten Zahlungen – geben wird.“
Sobald die beiden Parteien eine bilaterale Einigung erzielt haben, soll der nationale Strategieplan formell angenommen werden, damit die Regelungen pünktlich ab Januar 2023 in Kraft treten können.
Auf die Frage, wie dies im Vergleich zu anderen EU-Ländern aussehen werde, sagte der griechische Landwirtschaftsminister, dass „die meisten Mitgliedstaaten sich in einem ähnlichen Stadium der Verhandlung und Annahme ihrer strategischen Pläne befinden.“
Wie Georgantas während eines informellen Treffens der EU-Agrarminister:innen am 16. September erklärte, ziele der Plan auf die Beibehaltung eines nicht-intensiven Landwirtschaftsmodells sowie auf Viehzucht und lokale landwirtschaftliche Praktiken in einer Weise ab, die mit den Anforderungen des Europäischen Green Deals – dem umfassenden Bündel politischer Initiativen, die darauf abzielen, die EU bis 2050 klimaneutral zu machen – vollständig vereinbar sei.
Der Minister betonte auch, wie wichtig es sei, kleine Familienbetriebe in Bergregionen, benachteiligten Gebieten und Inselregionen mit Instrumenten wie Präzisionslandwirtschaft oder rationellem Wassermanagement zu unterstützen, wobei der Schwerpunkt auf ökologischer Produktion und gerechter Einkommensverteilung liege.
EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski begrüßte seinerseits Griechenlands Fokus auf die Unterstützung kleiner landwirtschaftlicher Betriebe, äußerte sich aber nicht weiter zu Griechenlands Strategieplan.
[Bearbeitet von Natasha Foote und Zoran Radosavljevic]