Globalisierungsfonds soll ehemalige Siemens-Arbeiter unterstützen [DE]

3 000 Arbeitskräfte zweier deutscher Mobiltelefon-Unternehmen, die aufgrund des Verkaufs der Unternehmen von Siemens an den taiwanesischen Hersteller BenQ entlassen wurden, und 1 000 ehemalige Arbeiter der finnische Mobilfon-Industrie werden Unterstützung aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) erhalten. Dies hat die Kommission angekündigt.

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3 000 Arbeitskräfte zweier deutscher Mobiltelefon-Unternehmen, die aufgrund des Verkaufs der Unternehmen von Siemens an den taiwanesischen Hersteller BenQ entlassen wurden, und 1 000 ehemalige Arbeiter der finnische Mobilfon-Industrie werden Unterstützung aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) erhalten. Dies hat die Kommission angekündigt.

Die Kommission hat die zwei Anträge auf Unterstützung am 27. September 2007 angenommen, die 4 000 entlassenen Arbeitern den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt ermöglichen sollen. Die Fonds sind Teil eines Systems, das 2006 als Solidaritätsinstrument eingeführt wurde, um eben solchen Arbeitern zu helfen, die von Entlassungen aufgrund von Veränderungen des Welthandelsgefüges betroffen sind, wieder den Weg in eine Beschäftigung zu finden. 

Die Fonds können zuerkannt werden, wenn mehr als 1 000 Arbeiter eines Unternehmens oder eines regionales Sektors aufgrund großer struktureller Veränderungen des Welthandelsgefüges, die zu wesentlich vermehrten Importen in die EU oder zu einem schnellen Rückgang des EU-Marktanteils geführt haben, entlassen wurden.

Siemens hatte am 1. Oktober 2005 sein Mobilfon-Geschäft an den taiwanesischen Hersteller BenQ verkauft. Fast genau ein Jahr später hatte BenQ seine Zahlungen an sein Tochterunternehmen in Deutschland eingestellt. Damals hieß es, dass der Umsatz und der Ertrag aus Investitionen in Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft 2006 nicht die Erwartungen des Unternehmens erfüllt hätten. 3 300 Arbeiter in Bayer und Nordrhein-Westfalen sind daraufhin entlassen wurde. 

Gleichzeitig hat BenQ das gesamte intellektuelle Eigentum des Tochterunternehmens behalten, welches auf ein separates Unternehmen ausgelagert wurden war, und weiterhin Mobiltelefone unter der Marke BenQ-Siemens in Asien hergestellt. Ende 2006 hat BenQ Mobile die komplette Produktion eingestellt.

Perlos, ein finnisches Unternehmen, das auf Zubehör für Mobiltelefone spezialisiert ist, hat sich entschieden, die komplette Produktion in Finnland einzustellen und diese auf die Zweigstellen des Unternehmens in Ländern wie Ungarn, China, Indien, Japan, Singapur, Taiwan, Brasilien und den Vereinigten Staaten zu verlagern. In den beiden Fabriken in der Region Nordkarelien wurden in Folge dieser Entscheidung 1 000 Arbeiter entlassen.

Die Fonds – 12,8 Millionen Euro im Fall BenQ und 2 Millionen Euro im Fall Perlos – müssen noch von Parlament und Rat bestätigt werden, bevor sie ausgezahlt werden. 

Sie decken ausschließlich aktive Beschäftigungsmaßnahmen wie Berufsberatung, Beihilfen für die Arbeitssuche und Mobilitätsbeihilfen. 16,6 Millionen Euro des EGF-Fonds wurden bereits seit Anfang 2007 verteilt. Insgesamt könnte sich der Fonds auf bis zu 500 Millionen Euro pro Jahr belaufen.