Giftige Chemikalien in Blut und Urin von US-Amerikanern nachgewiesen [DE]
Die Ergebnisse einer neuen Studie der US-Regierung deuten darauf hin, dass giftige Chemikalien vor allem durch passives Rauchen in den menschlichen Körper gelangen. Doch laut Umweltschützern ist das nur die Spitze des Eisbergs.
Die Ergebnisse einer neuen Studie der US-Regierung deuten darauf hin, dass giftige Chemikalien vor allem durch passives Rauchen in den menschlichen Körper gelangen. Doch laut Umweltschützern ist das nur die Spitze des Eisbergs.
Die US-Bundesagentur Centre for Disease Control and Prevention (CDC) hat am 21. Juli die Ergebnisse ihres dritten Biomonitoring-Berichts veröffentlicht. Gezeigt wird, dass sich Dutzende industrielle Chemikalien im Körper der Testpersonen befinden. Während die Tatsache allein, dass sich Chemikalien im menschlichen Körper befinden, nicht sonderlich überraschend ist, werden hitzige Debatten darüber geführt, wie die Wissenschaftlicher und Entscheidungsträger die Daten auszulegen haben.
Die CDC selbst ist darum bemüht, die US-Bevölkerung nicht zu verängstigen und hebt daher die ermutigenden Ergebnisse der Untersuchung hervor.
„Erhöhte“ Bleiwerte bei Kindern zwischen 1 und 5 Jahren sind von 4,4 % Anfang der 90er Jahre auf 1,6 % im Jahr 2002 gefallen. Aber die CDC fügt hinzu, Blei sei auch weiterhin ein großes Problem der öffentlichen Gesundheit. „Es gibt keine sicheren Bleiwerte in Kindern. Kinder werden am besten beschützt, indem Bleiquellen kontrolliert und beseitigt werden, bevor Kinder ihnen ausgesetzt sind“, erklärte Dr. Jim Pirkle vom CDC.
Passives Rauchen sei zwischen 1988 und 2002 bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen um bis zu 75 % zurückgegangen. Aber die Werte bei Kindern seien laut der Studie doppelt so hoch wie bei Erwachsenen und würden daher noch immer Anlass zur Sorge geben.
In ungefähr 5 % der US-Bevölkerung im Alter von über 20 Jahren wurden relativ hohe Kadmiumwerte nachgewiesen, die wahrscheinlich auf Tabakkonsum zurückzuführen seien. „Wir wissen nicht, ob ein direkter Zusammenhang besteht, aber Kadmiumwerte in dieser Höhe weisen auf weiteren Forschungsbedarf hin“, so Dr. Gerberding vom CDC.
Die Pflanzenschutzmittel Aldrin, Endrin und Dieldrin wurden entweder gar nicht oder nur in sehr geringen Mengen gefunden. Sie wurden in den 70er und 80er Jahren verboten.
Die Dioxinbelastung scheint zurückgegangen zu sein.
Die Quecksilberwerte bei Frauen im gebärfähigen Alter befanden sich unter den Werten, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Störungen bei der Entwicklung des Nervensystems des Fötus führen könnten. Laut der CDC jedoch müsse das Problem auch weiter genauestens im Auge behalten werden, da 5,7 % der Frauen „Werte innerhalb eines Faktors von 10 aufwiesen, die mit neurologischen Entwicklungsstörungen in Verbindung gebracht werden“. Die Festlegung sicherer Quecksilberwerte im Blut sei auch weiterhin ein aktiver Forschungsbereich, so die CDC. Quecksilber reichert sich oft in Fisch und Meeresfrüchten an.
Phtalate [Weichmacher in Spielzeug und Kosmetika, die von der EU vor kurzem verboten wurden] sind in Mengen gefunden worden, die weitere Untersuchungen erforderlich machen, so die CDC.
Spuren von Pyrethroiden, einer Chemikalie, die in fast jedem Insektizid enthalten ist, seien „weit verbreitet“. Doch es gibt derzeit noch nicht ausreichende Erkenntnisse über die gesundheitlichen Auswirkungen.