Gewerkschaften: REACH könnte Milliarden bei Gesundheit sparen

Experten zufolge könnte bessere Aufklärung über die Sicherheit von Chemikalien Arbeitgebern und den Versicherungssystemen in der EU innerhalb von zehn Jahren zu Ersparnissen von bis zu 3,5 Milliarden Euro an Krankengeldern einbringen.

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Experten zufolge könnte bessere Aufklärung über die Sicherheit von Chemikalien Arbeitgebern und den Versicherungssystemen in der EU innerhalb von zehn Jahren zu Ersparnissen von bis zu 3,5 Milliarden Euro an Krankengeldern einbringen.

Einer jüngst vorgelegten Studie von Wissenschaftlern der Universität Sheffield zufolge könnte das System für die Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien (REACH) der EU helfen, jährlich 50.000 Fällen von berufsbedingten Erkrankungen der Atemwege und 40.000 berufsbedingten Hauterkrankungen vorzubeugen, die dadurch hervorgerufen werden, dass Beschäftigte mit gefährlichen Chemikalien in Kontakt kommen. Dadurch könnten innerhalb von zehn Jahren 3,5 Milliarden Euro an Krankengeldern eingespart werden. Voraussetzung sei allerdings, dass die endgültige Version des Chemikalienrechts dem ursprünglich von der Kommission im Oktober 2003 vorgelegtem Vorschlag gleicht. 

Die Studie wurde vom Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB) in Auftrag gegeben und am 17. Oktober 2005 im Europäischen Parlament präsentiert. Laut EGB unterstützt der wichtigste EU-Berichterstatter zu REACH, MdEP Guido Sacconi (SPE, Italien), die Studie. 

In einer Ansprache vor MdEPs und Vertretern des Rats erklärte der Geschäftsführende EGB-Direktor Marc Sapir: „REACH ist ein erstklassiges Instrument zur Erarbeitung und Übermittlung wichtiger Angaben über Chemikalien, aber es bringt uns nicht viel, wenn wir von den Herstellern nicht genügend Information kriegen“. 

Sapir zufolge kann REACH nur nützlich sein, wenn Informationen aus der ganzen Zulieferkette geliefert werden und wenn die Daten auch weitergegeben werden. Entscheidend sind dafür laut Sapir: 

  • Zusätzliche Information zu chemischen Substanzen, von denen zwischen einer und zehn Tonnen pro Jahr produziert oder importiert werden (Sicherheitsbericht zu chemischen Substanzen und Angaben zur akuten Toxizität) 
  • Eine bessere Anwendung der Substitutionsregel (keine Zulassung, wenn es Alternativen zu einem Stoff gibt)