Gazprom weigert sich Entschädigung für Gaskrise zu zahlen [DE]
Gazprom werde für die jüngsten Ausfälle bei der Gasversorgung keine Entschädigung an Bulgarien und die Slowakei zahlen, schreibt Dnevnik, EURACTIVs Partner in Bulgarien. Die beiden Länder wurden von der Gaskrise, durch die es diesen Winter zu Störungen bei der Lieferung von russischem Gas an 18 europäische Länder kam, am härtesten getroffen.
Gazprom werde für die jüngsten Ausfälle bei der Gasversorgung keine Entschädigung an Bulgarien und die Slowakei zahlen, schreibt Dnevnik, EURACTIVs Partner in Bulgarien. Die beiden Länder wurden von der Gaskrise, durch die es diesen Winter zu Störungen bei der Lieferung von russischem Gas an 18 europäische Länder kam, am härtesten getroffen.
Sofia hat Gazprom offiziell aufgefordert, den bulgarischen Verbrauchern Entschädigungen zu zahlen. Außerdem forderte Bulgarien, dass der russische Energieriese als Ausgleich für die Lieferunterbrechungen niedrigere Preise für sein Gas akzeptiere. Der bulgarische Premierminister Sergej Stanischew sagte in der vergangenen Woche, die Lieferausfälle in Bulgarien während der zweiwöchigen Krise beliefen sich auf 123 Millionen Kubikmeter Gas. In Presseberichten werden die Ausgleichsforderungen auf einen Wert von rund 100 Millionen Euro geschätzt.
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Gazprom Alexander Medwedew reiste am Freitag nach Sofia und lehnte dort die Ausgleichsforderungen ab. Er verwies auf ‚höhere Gewalt’ und beschuldigte die Ukraine für die Lieferunterbrechungen. Gazprom schätzt, dass seine durch die Lieferstopps verursachten eigenen Verluste 2 Milliarden US-Dollar übersteigen werden.
Die Ukraine sei an den Lieferstopps schuld, sagte Medwedew dem bulgarischen Energieminister Petar Dimitrov und dem Management der Bulgarischen Energieholding.
Gazprom-Vize Medwedew lehnte außerdem einen Vorschlag Bulgariens für die direkte Kontaktaufnahme zwischen dem russischen Gasriesen und der bulgarischen Regierung ab. Gazprom wolle den Dialog über Overgas, den größten Zwischenhändler für russische Gasimporte nach Bulgarien und ein Unternehmen, an dem Gazprom die Mehrheit hält, fortsetzen.
Nach dem Besuch in Bulgarien reiste Medwedew in die Slowakei weiter, wo er mit dem Premierminister des Landes Robert Fico zusammentraf. Auch die Slowakei besteht darauf, dass das Land Entschädigungszahlungen für die erlittenen Verluste erhält. Presseberichten zufolge möchte Fico allerdings, dass die EU eine gemeinsame Position bezüglich möglicher Entschädigungen für die Gaskrise ausarbeitet.
Die westeuropäischen Länder haben bislang zur Frage der Entschädigungen geschwiegen. Viele unter ihnen hätten deutlich weniger unter der Krise gelitten als die neuen EU-Mitgliedstaaten, schreibt das Wall Street Journal. Die Tageszeitung ruft außerdem in Erinnerung, dass Italien und Deutschland freundschaftliche Beziehungen zu Russland pflegten und diese möglicherweise nicht aufs Spiel setzten wollten.
Der Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso erwähnte vor wenigen Tagen, einzelnen Unternehmen sei es freigestellt, Russland wegen der Lieferunterbrechungen zu verklagen. Als EU-Kommissarin für Verbraucherschutz Meglena Kuneva allerdings in einem kürzlich mit EURACTIV geführten Interview zu möglichen Entschädigungen für Verbraucher nach dem Gasstreit befragt wurde, sagte sie, in der Praxis werde es „sehr schwierig, das Problem zu lösen“.