G7: Merkel und Lagarde beschwichtigen
Nach dem Debakel beim G7-Gipfel in Kanada haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und IWF-Chefin Christine Lagarde optimistisch zur Lage der Weltwirtschaft geäußert.
Nach dem Debakel beim G7-Gipfel in Kanada haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und IWF-Chefin Christine Lagarde optimistisch zur Lage der Weltwirtschaft geäußert.
„Im Grunde ist die Welt auf einem recht guten Weg“, sagte Merkel am Montagabend nach einem Treffen mit Vertretern internationaler Wirtschafts- und Finanzorganisationen in Berlin. Dieser dürfe nun nicht „durch falsches Verhalten“ unterbrochen werden.
Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sagte: „Die Sonne scheint immer noch“, und zwar nicht nur in Berlin, sondern auf die gesamte Weltwirtschaft. Zugleich würden die Wolken am Horizont immer dunkler. Damit nahm sie ausdrücklich Bezug auf das G7-Treffen am Wochenende.
Kurz nach dem Ende des Gipfels im kanadischen La Malbaie am Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump die einvernehmlich verabschiedete Abschlusserklärung wieder aufgekündigt. Er begründete dies damit, dass Kanada weiter Gegenzölle auf die von ihm verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium plant. Präsident Justin Trudeau habe damit gegen Absprachen verstoßen.
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Derweil forderte der er Chef der Welthandelsorganisation (WTO), Roberto Azevedo, der auch an dem Treffen teilnahm, ein Ende der Eskalationen im Handelskonflikt. Das multilaterale Handelssystem werde im Moment Risiken ausgesetzt, sagte er nach dem Treffen in Berlin. Die „Situation der Spannungen“ müsse jedoch beendet werden. Der Konflikt schade letztlich allen, und auch Arbeitsplätze im exportorientierten Deutschland stünden auf dem Spiel.
Gerade was die am Wochenende von Trump erneut ausgesprochene Drohung mit Zöllen auf Autos aus der EU angehe, müssten sich alle Beteiligten „an einen Tisch“ setzen, sagte Azevedo. Nach möglichen Reaktionen auf etwaige US-Zölle auf Autos befragt sagte Merkel, sie wolle derzeit darüber „nicht spekulieren“. Allerdings dürfte man in Berliner Regierungskreisen angesichts dieser Bedrohung nicht wirklich entspannt sein.
In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten alle Beteiligten des Treffens in Berlin ihr Bekenntnis zur multilateralen Zusammenarbeit. Eine „fortgesetzte Eskalation handelsbeschränkender Maßnahmen“ könne allerdings den Handel weltweit gefährden.