Früherer US-Außenminister: Bulgarien könnte europäische Energiedrehscheibe werden
Bulgarien habe die Chance, sein Potenzial als Energiedrehscheibe in Südosteuropa auszuschöpfen, sagte der ehemalige US-Außenminister Mike Pompeo am Mittwoch in Sofia.
Bulgarien habe die Chance, sein Potenzial als Energiedrehscheibe in Südosteuropa auszuschöpfen, sagte der ehemalige US-Außenminister Mike Pompeo am Mittwoch in Sofia.
Der ehemalige US-Außenminister sprach bei einem vom bulgarischen Arbeitgeber- und Industriellenverband (KRIB) organisierten Vortrag zum Thema „Die geopolitische Bedeutung Bulgariens: Nach der Invasion in der Ukraine und das Potenzial Bulgariens als regionaler Energie-Vorreiter.“
Laut Pompeo liegt die Antwort auf die Frage der Energieunabhängigkeit in Bulgarien selbst, unter anderem durch die Erschließung von Schiefergas.
Den geologischen Studien des amerikanischen Unternehmens Direct Petroleum zufolge verfügt Bulgarien über Gasvorkommen von mindestens 500 Milliarden Kubikmetern (bcm), wobei ein Großteil dieser Vorkommen aus Schiefergas besteht, obwohl sich der jährliche Bedarf Bulgariens nur auf 3 Millionen bcm beläuft.
Das bedeutet, dass die Vorkommen für mindestens 1.500 Jahre ausreichen.
Gazprom hat die Gaslieferungen an Bulgarien Ende April eingestellt, und die Regierung muss noch entscheiden, woher sie die erforderlichen Mengen für den Winter beziehen will.
Vor acht Jahren hatte das bulgarische Parlament auf Druck von Bürgerbewegungen, darunter auch pro-russischen Gruppen, ein Veto gegen die Förderung und Erkundung von Schiefergas eingelegt.
„Moderne Schiefergas-Fördertechnologien sind viel sauberer als russisches Gas“, sagte Pompeo.
Der ehemalige Außenminister zählte eine Reihe von Äußerungen und Handlungen Putins auf, die zeigen, dass dieser gegen den Westen arbeite.
Diese reichen von seiner Erklärung aus dem Jahr 2005, dass der Zusammenbruch der Sowjetunion die größte Tragödie der Welt sei, über die Invasion Georgiens im Jahr 2008 und die Annexion der Krim im Jahr 2014 bis hin zur Invasion der Ukraine im Jahr 2022.
Der Einmarsch der Taliban in Afghanistan im Jahr 2021 sei ein weiteres grünes Licht für Putin gewesen, seine Pläne für einen Angriff auf die Ukraine voranzutreiben, fügte er hinzu.
Russlands große Waffe sei nicht die Armee, die sich als schwächer als erwartet erwiesen habe, sondern die Energie, die es dem Kreml ermögliche, Einfluss zu nehmen, so Pompeo weiter.