Frisches Geld für die Ukraine: Trump-Treffen mit polnischem Präsidenten könnte eine Rolle gespielt haben
Das kontroverse Treffen des polnischen Präsidenten Andrzej Duda mit Donald Trump könnte geholfen haben, neue US-Hilfen für die Ukraine auf den Weg zu bringen, behauptet Litauens Präsident Gitanas Nausėda.
Das kontroverse Treffen des polnischen Präsidenten Andrzej Duda mit Donald Trump könnte geholfen haben, neue US-Hilfen für die Ukraine auf den Weg zu bringen, behauptet Litauens Präsident Gitanas Nausėda.
Am Samstag hatte das US-Repräsentantenhaus einem neuen Militärhilfe-Paket über 60 Milliarden Dollar für die Ukraine zugestimmt. Die Verabschiedung war auch durch den Widerstand Trumps und seiner republikanischen Unterstützer lange verzögert worden.
Duda, welcher der umstrittenen nationalkonservativen Oppositionspartei PiS nahesteht, hatte sich zuvor auf einer USA-Reise auch mit dem amerikanischen Ex-Präsidenten und vorraussichtlich erneutem republikanischen Präsidentschaftskandidaten getroffen.
Damit hatte er in Polen eine Kontroverse ausgelöst. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk äußerte sich skeptisch: Er hoffe, der Präsident werde „eine sehr entschiedene Haltung in der Frage einnehmen wird, dass (Trump) eindeutig auf der Seite der westlichen Welt, der Demokratie und Europas steht“.
In dieser Hinsicht sei Duda erfolgreich gewesen, sagte Litauens Präsident.
„Ich habe in letzter Zeit viel über die unterschiedliche Rhetorik von Donald Trump und die Bereitschaft der US-Behörden gehört, notwendige und lang erwartete Entscheidungen zu treffen“, sagte Nausėda laut Lrt.lt.
„Ich glaube, dass (Dudas) Besuch und die Gespräche mit Donald Trump positiv waren und zu einem positiven Ergebnis geführt haben.“
„Ich bin mit dieser Leistung von Andrzej Duda sehr zufrieden“, fügte er hinzu.
Bisher hatte Trump gemischte Signale in Bezug auf die Ukraine ausgesandt. Er trat unter anderem dagegen ein, weitere Milliarden für die militärische Unterstützung Kyjiws auszugeben. Dieser Position waren auch Unterstützer im Kongress lange gefolgt.
Doch nur einen Tag nach dem Treffen mit Duda räumte Trump erstmals ein, dass das Überleben der Ukraine für die USA wichtig sei.
„Wir sind uns alle einig, dass das Überleben und die Stärke der Ukraine für Europa viel wichtiger sein sollte als für uns, aber es ist auch für uns wichtig! GET MOVING EUROPE!“ sagte Trump auf seiner Social Media Plattform Truth Social.
„Es war ein freundschaftliches Treffen in einer angenehmen Atmosphäre“, beschrieb Duda seine Gespräche mit Trump am Mittwoch.
„Er ist mein Freund und wir hatten vier großartige Jahre zusammen“, sagte er mit Blick auf die Zeit zwischen 2016 und 2020, als Duda und Trump jeweils Staatschefs ihrer Länder waren.
Duda hat bereits mehrfach seine Bewunderung für den ehemaligen US-Präsidenten geäußert.
Er gehört zu den europäischen Staatschefs mit den besten Beziehungen zu Trump. Er schlug sogar einmal vor, eine Militärbasis in seinem Land „Fort Trump“ zu nennen.
„Er macht einen fantastischen Job. Die Menschen in Polen lieben ihn, das tun sie wirklich“, sagte Duda laut der Polnischen Presseagentur (PAP) über Trump.
Die Verabschiedung der neuen Ukraine-Hilfen war derweil im europäischen Lager auf allgemeine Erleichterung gestoßen.
„Besser spät als zu spät. Und ich hoffe, dass es für die Ukraine nicht zu spät ist“, schrieb Polens Ministerpräsident Tusk auf X und dankte auch dem republikanischen Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskyj begrüßte die 61 Milliarden Dollar für sein Land und sagte, die militärische und wirtschaftliche Hilfe werde „Tausende und Abertausende Leben retten“.
Auch Vertreter der NATO, der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten begrüßten die Verabschiedung des Ukraine-Gesetzes.
„Die Ukraine nutzt die von den NATO-Verbündeten zur Verfügung gestellten Waffen, um die russischen Kampffähigkeiten zu zerstören. Das macht uns alle in Europa und Nordamerika sicherer“, schrieb NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg auf X.