Frauen müssen mehr Unternehmen gründen, fordert ein Bericht [DE]
Die EU-Wirtschaftspolitik für KMU ermutigt Frauen zu Existenzgründungen und ist ein bedeutender Schritt für eine größere Gleichheit im Unternehmersektor. Dies ist jedoch noch nicht ausreichend für Wachstumssteigerung, gemäß der irischen Unternehmensexpertin Paula Fitzsimons.
Die EU-Wirtschaftspolitik für KMU ermutigt Frauen zu Existenzgründungen und ist ein bedeutender Schritt für eine größere Gleichheit im Unternehmersektor. Dies ist jedoch noch nicht ausreichend für Wachstumssteigerung, gemäß der irischen Unternehmensexpertin Paula Fitzsimons.
Fitzsimons, die neben ihrem Posten als nationale Koordinatorin Irlands für das Global Entrepreneurship Monitor (GEM) auch ihre eigene Beratungsfirma leitet, argumentierte, dass – „wenn man einen bedeutenden Beitrag zu Wirtschaftswachstum, Innovation und Produktivität leisten will” – von Frauen gegründete Unternehmen dazu gebracht werden müssten, „zum frühestmöglichen Zeitpunkt ein Streben nach Wachstum” zu haben.
Sie lobte die EU-Bemühungen zur Förderung von Frauen als Unternehmerinnen als wichtigen ersten Schritt, sagte aber, dass die jetzigen Strategien noch ehrgeiziger sein könnten. „Es ist ziemlich klar, dass Europa mehr ‚Gazellen’ braucht, d.h. Firmen, die zu bedeutendem Wachstum fähig sind“, so Fitzsimons, „und der Punkt ist, dass wir Frauen nicht nur zur Selbstständigkeit ermutigen müssen, sondern wir müssen sie auch dazu ermutigen, die Hürde zu nehmen ein oder zwei Leute einzustellen oder sich weiterzuentwickeln, wenn sie bereits bedeutende Arbeitgeberinnen sind.“
Die Taktik der EU, verschiedene Foren für Unternehmerinnen anzubieten, damit diese Ideen austauschen und Best Practice identifizieren können – der sogenannte ‚Scheinwerfereffekt’ – sei eine „aggressiv-positive“ Strategie, die in der Zukunft Früchte tragen wird, so die irische GEM-Koordinatorin.
Der schwedische EU-Vorsitz habe ebenfalls gute Arbeit bei der Förderung der Gleichberechtigung im Unternehmertum geleistet, sagte sie und argumentierte, dass die schwedische Förderung von unterstützenden Maßnahmen eine willkommene Abwechslung von vergangenen Entscheidungsträgern gewesen sei, die solche Strategien fast als politisch inkorrekt angesehen hätten.
Fitzsimons hielt fest, dass EU-Entscheidungsträger sich weiterhin darüber im Klaren sein müssten, dass Frauen im Großen und Ganzen eine andere Art von Unternehmen gründeten als Männer.
Sie stellte fest, dass „wir nicht viele Frauen im Bereich der Innovation und der Spitzentechnologie sehen. Deswegen ziehen viele Unternehmen, die von Frauen gegründet werden, Risikokapital nicht auf dieselbe Art an wie andere Unternehmen.“
Jedoch argumentierte sie, dass Frauen Unternehmen gründen könnten, die langfristig Unternehmensengel und Finanzierung durch Risikokapital anziehen, dass am Anfang die Art von Unternehmen und ihre Zielsetzungen normalerweise jedoch eine andere Art der Finanzierung bräuchten – ein wichtiger Punkt für die Entwicklung künftiger EU-Strategien, so Fitzsimons.
Fitzsimons sprach mit Olof Gill.