Französischer Netzbetreiber zu Stromausfällen: Das Schlimmste ist geschafft

Die Gefahr von Stromausfällen ist aus Sicht des französischen Stromnetzbetreibers RTE "vorüber", aber noch nicht alles sei wieder normal, denn Streiks und ein starker Temperaturabfall könnten die Stromerzeugung nachhaltig beeinträchtigen.

EURACTIV.fr
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Die Kernkraftwerkskapazität liege bei 70 Prozent und entspreche damit den langfristigen Prognosen von RTE, sagte RTE-Chef Thomas Veyrenc am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Dies sei eine "sehr zufriedenstellende" Situation, sagte er. [Shutterstock/HJBC]

Die Gefahr von Stromausfällen ist aus Sicht des französischen Stromnetzbetreibers RTE „vorüber“, aber noch nicht alles sei wieder normal, denn Streiks und ein starker Temperaturabfall könnten die Stromerzeugung nachhaltig beeinträchtigen.

RTE veröffentlichte am Mittwoch (18. Januar) seinen jüngsten Bericht über den Stand der Stromerzeugung in Frankreich und betonte, dass das Risiko schwerer Stromausfälle nun geringer geworden sei. Dies sei vor allem auf den bisher milden Winter und die erhöhte Kernenergieproduktion nach monatelangen Wartungsarbeiten an mehreren Kernkraftwerken zurückzuführen.

Die Kernkraftwerkskapazität liege bei 70 Prozent und entspreche damit den langfristigen Prognosen von RTE, sagte RTE-Chef Thomas Veyrenc am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Dies sei eine „sehr zufriedenstellende“ Situation, betonte er.

Auch der Stromverbrauch ist seit November demnach deutlich zurückgegangen. Er ist in den letzten vier Wochen um 8,5 Prozent gesunken, verglichen mit dem gleichen Zeitraum von 2014 bis 2019, was laut dem Netzbetreiber vor allem auf die veränderten Wetterbedingungen zurückzuführen ist.

Auch der Gasverbrauch ist seit dem Sommer um 13 Prozent gesunken, ein Gasdefizit sei „in diesem Winter nun sehr unwahrscheinlich“, so Veyrenc weiter.

Dies sei jedoch nicht das Ende aller Sorgen, betonte er. Der starke Temperaturrückgang, den Frankreich in der vergangenen Woche erlebt hat, sowie die fortgesetzten Wartungsarbeiten an den Kernkraftwerken und die Gefahr von Streiks seien Grund zur Vorsicht.

Die am Donnerstag beginnenden Streiks gegen die Rentenreform dürften keine Auswirkungen auf den Stromverbrauch haben, könnten aber Wartungsarbeiten verzögern, warnte RTE.