Frankreich wartet auf klarere EU-Strategie zu Elektroautos
Frankreichs ehrgeizige nationale Strategie zu Elektroautos wartet auf eine eindeutigere Stellungnahme der Europäischen Union, berichtet EURACTIV Frankreich.
Frankreichs ehrgeizige nationale Strategie zu Elektroautos wartet auf eine eindeutigere Stellungnahme der Europäischen Union, berichtet EURACTIV Frankreich.
Dank staatlicher Unterstützung wuchs der klassische Automobilmarkt in Frankreich im März 2010 um 10,8 Prozent – ein beachtenswerter Sprung – doch die Regierung sichert sich in Sachen kohlenstofffreie Fahrzeuge ab.
Der französische Umwelt- und Transportminister Jean-Louis Borloo enthüllte im Oktober 2009 eine nationale Strategie mit 14 konkreten Schritten um die Entwicklung von elektrischen und aufladbaren Hybridautos zu beschleunigen.
Das Ziel ist, bis 2020 zwei Millionen elektrische Fahrzeuge auf Frankreichs Straßen zu bringen.
Früher in diesem Monat gaben Borloo und Industrieminister Christian Estrosi bekannt, dass "12 von den 14 geplanten Schritten mittlerweile umgesetzt werden."
"Wir sind die Ersten und die am besten Organisierten in der Europäischen Union", fügten die beiden Minister hinzu.
Die Minister unterzeichneten eine Charta mit 12 regionalen Autoritäten sowie den Autoherstellern PSA Peugeot Citroën und Renault, mit dem Ziel, elektrische und aufladbare Hybridautos bis 2010 für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Finanzielle Unterstützung in Höhe von etwa 2,5 Milliarden Euro soll an den Sektor ausgezahlt werden.
Personen, die ein Elektroauto kaufen werden ebenfalls eine Gutschrift in Höhe von 5.000 Euro erhalten. Um dabei zu helfen, einen Markt für Elektroautos zu etablieren, hat der französische Staat bekannt gegeben, dass er 100.000 Bestellungen für neue Fahrzeuge vornehmen wird. Borloo gab die Gründung einer Gruppe bekannt – die die EDF, SNCF, Air France, France Télécom und La Poste einschließt – die anfänglich 50.000 Fahrzeuge bestellen werden. Eine öffentliche Ausschreibung wird am 23. April beginnen.
Brüssel bereitet legislatives Paket vor
Währenddessen bereitet sich EU-Industriekommissar Antonio Tajani in Brüssel darauf vor, am nächsten Dienstag (27. April) eine Elektroautostrategie vorzustellen.
Die EU-Kommissarin für Klimaschutz, Connie Hedegaard, und ihr für Transport verantwortlicher Kollege Siim Kallas, stellen ein Paket mit Direktiven zu "Transport und Klima" zusammen (EURACTIV 18.01.10). Außerdem soll diesen Sommer eine Strategie zu einer industriellen Automobilpolitik verabschiedet werden.
Bei einer vom Think-Tank Confrontations Europe in Paris organisierten Konferenz gab Hugues Van Honacker vom Generaldirektorat für Transport der Europäischen Kommission die umgehende Veröffentlichung einer Mitteilung und Direktive über den Verkauf von sauberen Autos bekannt.
Von EURACTIV Frankreich gebeten, diese Bemerkungen auszuführen, konnte ein Sprecher der Kommission nicht spezifizieren, ob diese Intitiativen unabhängig von der nächste Woche von Tajani vorzustellenden Strategie seien.
Der EU-Exekutive zufolge müssen sich öffentliche Verwaltungen beim Kauf neuer Fahrzeuge zwischen klassischen und elektrischen Autos entscheiden und dabei die Kosten in Betracht ziehen – darunter fallen insbesondere die durch schädliche Emissionen verursachten Kosten.
Ein Weißbuch über die Vermeidung von CO2-Emissionen bei Transport und urbaner Mobilität soll im November 2010 veröffentlicht werden. Die Strategie wird sich mit Darlehen auf europäischer Ebene und der Definition eines EU-Standards für Stecker zum Aufladen von Elektroautos befassen.
Die Frage der Kompatibilität von Auflade-Systemen in Europa erhält große Beachtung: falls die EU es nicht schafft, einen gemeinsamen Standard für Aufladevorrichtungen festzulegen, wird der Plan, einen Markt für Elektroautos aufzubauen direkt an die Wand gefahren.